Bagdad - In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Donnerstagabend bei vier Bombenexplosionen mindestens 18 Menschen getötet worden. Mehr als 50 weitere wurden verletzt, wie Ärzte und Sicherheitskräfte am Freitag mitteilten. Die Anschläge ereigneten sich in der Bagdader Schiiten-Vorstadt Sadr-City.

Zwei Bomben explodierten in unmittelbarer Folge vor einem Cafe. Zwei weitere Explosionen in der Nähe eines Marktplatzes hätten große Panik ausgelöst, berichteten Augenzeugen. Zu dem Anschlag hat sich keine Gruppierung bekannt. Bei Selbstmordattentaten und Bombenexplosionen waren bereits am Mittwoch mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen.

Seit den bürgerkriegsähnlichen Zuständen in den Jahren 2006 und 2007 ist die Gewalt im Irak deutlich zurückgegangen. Doch gelingt es - zumeist sunnitischen - Extremisten bis heute immer wieder, bei spektakulären Bombenanschlägen viele Menschen zu töten.

Wegen des bevorstehenden Abzugs der US-Truppen werfen neue Anschlagswellen immer wieder auch die Frage auf, wie weit die irakischen Sicherheitsorgane die Lage im Griff haben. Die 40.000 US-Soldaten, die noch im Irak stationiert sind, sollen bis zum Jahresende abziehen. (APA)