Kairo - Der ägyptische Militärrat hat am Samstag ein Gesetz gebilligt, das Diskriminierung unter Strafe stellt. Wer jemanden aufgrund "seines Geschlechts, seiner Herkunft, Sprache, Religion oder seinen Überzeugungen" benachteilige, müsse 30.000 Ägyptische Pfund (etwa 3600 Euro) Strafe zahlen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur MENA. Einem wegen Diskriminierung verurteilten Regierungsangestellten drohen demnach mindestens drei Monate Haft und mindestens 50.000 Pfund Strafe. Der Schritt kommt nach Ausschreitungen zwischen koptischen Christen und Sicherheitskräften, bei denen am vergangenen Sonntag 25 Menschen getötet worden waren.

Am Samstag versammelten sich fast 3000 Menschen in der Hauptstadt Kairo, um der Opfer der Ausschreitungen zu gedenken. Mehrere tausend koptische Christen hatten am vergangenen Sonntag in Kairo zunächst friedlich gegen einen Brandanschlag auf eine Kirche in der Region Assuan demonstriert. Darauf kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Kopten, Muslimen und den Sicherheitskräften. Mindestens 25 Menschen starben, die meisten von ihnen Christen; mehr als 300 Menschen wurden verletzt. Es waren die schwersten Ausschreitungen seit dem Sturz von Staatschef Hosni Mubarak Anfang des Jahres. (APA)