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Das Kopfprämien-System existiert seit November 2007, als die SBB Lokführer, Zugbegleiter und Informatiker suchte.

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Bern - Angesichts des Lokführer-Mangels bezahlt die Schweizer Bahn SBB "Kopfprämien": SBB-Angestellte, die dem Unternehmen mögliche künftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermitteln, erhalten 2.500 Franken (2.018 Euro). Dies ist auch dann der Fall, wenn kein Arbeitsvertrag unterzeichnet wird.

"Das ist eine der effizientesten Maßnahmen für die Rekrutierung", bestätigte SBB-Sprecherin Patricia Claivaz auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda einen Bericht der Zeitung "Sonntag". Wie viele Personen die SBB auf diesem Weg bereits eingestellt hat, konnte Claivaz aber nicht angeben.

Das Kopfprämien-System existiert seit November 2007, als die SBB Lokführer, Zugbegleiter und Informatiker suchte. "Die besten Botschafter der SBB sind ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", sagte die Sprecherin. Personal sucht die SBB auch mit Inseraten sowie Auftritten an Messen und an Hochschulen. Die Anwerbung durch Mitarbeiter sei im Vergleich dazu aber persönlicher und koste weniger, führte Claivaz aus. Die Prämie erhalten Angestellte, sobald sie der SBB eine Empfehlung zukommen lassen. Die angeworbene Person durchlaufe dann dasselbe Verfahren wie alle Kandidaten.

Der SBB fehlt qualifiziertes Personal, und weil der Verkehr und die Passagierzahlen zunehmen, wird sich der Mangel in Zukunft noch verschärfen. Nach Angaben von Sprecherin Claivaz fehlen mittelfristig einige hundert Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

2009 riefen die Gewerkschaften das paritätische Schiedsgericht an, weil Verhandlungen über zu viel geleistete Stunden von Lokführern gescheitert waren. Das Gericht zwang die SBB, den Lokführern über die Grenzwerte hinaus geleistete Mehrarbeit als Überzeit zu bezahlen. Zudem sollte die SBB mehr Personal einstellen. Nach Angaben der SBB-Sprecherin wird zudem der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) eine Kampagne lancieren, um Personal zu rekrutieren. Geplant sei diese in den kommenden Monaten.(APA)