London - Nach dem Rücktritt des britischen Verteidigungsministers Liam Fox erwägt die Londoner Polizei die Aufnahme von Ermittlungen wegen Betrugs. Die Angelegenheit liege derzeit in den Händen der Abteilung für Wirtschaftskriminalität, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag in London.

Fox war am Freitag nach massivem Druck der Öffentlichkeit zurückgetreten. Er hatte damit Premierminister David Cameron nach nur eineinhalb Jahren im Amt zu einer kleinen Umbildung der konservativ-liberaldemokratischen Koalitionsregierung gezwungen.

Auslöser war Fox' enger Freund Adam Werritty, der den Minister regelmäßig auf Auslandsreisen begleitet hatte und so in den Genuss von Treffen mit hochrangigen Regierungsvertretern und Geschäftsleuten gekommen war. Unklar ist noch, wer Werritty finanziert und von seiner Arbeit profitiert hat. Werritty hatte kein offizielles Amt inne, gab sich auf Visitenkarten aber als Berater von Fox aus.

Der Abschlussbericht einer von Cameron selbst initiierten Untersuchung soll Anfang der Woche vorliegen. Einem Zwischenbericht zufolge wurden Werritty wohl keine Staatsgeheimnisse mitgeteilt. Auch reiste er offensichtlich nicht auf Kosten der Steuerzahler.

Außenminister William Hague sah sich am Sonntag zu der Beteuerung veranlasst, ein "einzelner Berater oder Nicht-Berater" wie Werritty habe nicht die britische Außenpolitik beeinflussen können. "Aber es gibt wichtige Fragen zu klären. Fehler wurden gemacht, das verneinen wir nicht", sagte er dem Fernsehsender BBC. (APA)