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Alexander Jagschr, Thomas Kamper und Matthias Mamedof.

Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER

Wien - "Über den Schmarrn des Lebens muss der Zucker der Liebe gestreut werden!" - Genau das wird in Nestroys Posse Der Färber und sein Zwillingsbruder auch gelingen: Am Ende sind die zerstrittenen Zwillingsbrüder vereint und ihnen auch die jeweiligen Bräute sicher. Regisseurin Vicki Schubert lässt die auf den dicken Beinen einer Verwechslungskomödie stehende Soldatenposse auf der Drehbühne des Volkstheaters nach allen Regeln der Knusperhäuschen-Theaterkunst abschnurren: große Schauspielergesten in großen historischen Kulissen - und das abgeschmirgelt mit Livemusik (unter der Leitung von Fritz Rainer). Dass hier Georg-Kreisler-Lieder gesungen werden, fällt kaum auf.

Ein von dicken Mauern begrenzter Kasernenhof (Bühne: Stephan Koch) und der soundverstärkte Soldatenaufmarsch machen gleich zu Beginn den hier beabsichtigten Grad an Action und Theaterdonner klar. Matthias Mamedof switcht gekonnt in der Doppelrolle der ungleichen Brüder: dem einen entschlüpft unterm Soldatenkäppi die Elvis-Tolle, der andere, Färber von Beruf, trägt sein Haar wie Cary Grant, und alle zusammen tragen sie schönstes Blau (Kostüme: Inge Stolterfoht).

Weil der eine Bruder statt beim Appell bei der Geliebten weilt, springt der andere todesmutig ein. Den kunstfertig tollpatschigen Slapstickszenen (Kampfeinsatz!) hält des Färbers Roserl (zünftig mit Gretelfrisur: Andrea Bröderbauer) ihre Grazie entgegen. Harald Serafin meistert seinen Auftritt als General gewohnt gurrend - und fertig war eine operettenhafte Nestroy-Schnurre. Ihr Herz pochte in den Nebendarstellern. (Margarete Affenzeller/ DER STANDARD, Printausgabe, 17.10.2011)