Vergangene Woche diskutierten im Orthopädischen Spital Speising 150 Orthopäden und Unfallchirurgen aus aller Welt im Rahmen eines Ausbildungskongresses neue Standards in der Behandlung von Knochenverletzungen und -brüchen bei Kinder. Der Hintergrund: Kinder sind von Verletzungen durch Unfälle in besonderem Ausmaß betroffen: Jedes Jahr werden in Europa - laut der Weltgesundheitsorganisation WHO - 70 Millionen Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren an einer Unfallaufnahme in einem Krankenhaus vorstellig.

Ganz vorne liegen in den Statistiken Verletzungen durch Unfälle im Straßenverkehr sowie diverse Stürze: Bei Kleinkindern vom Wickeltisch, bei größeren Kindern etwa am Spielplatz oder von Fahrrädern. Noch dramatischer: Pro Tag sterben in Europa 115 Kinder an den Folgen von Unfallverletzungen.

Franz Grill, Ärztlicher Direktor des Orthopädischen Spitals Speising: "Das Problem ist, dass Kinder nicht genau so wie Erwachsene behandelt werden können, weil sich ihr Skelett und das Muskelgewebe im Wachstum befindet. Da muss man einen anderen Zugang wählen. Als Beispiel sei erwähnt, dass operative Eingriffe bei Knochenbrüchen, zum Beispiel die Fixierung der gebrochenen Teile mit Platten und Schrauben, bei Kindern ungeeignet ist. Das heilt bei Kindern oft selbständig." (red, derStandard.at)