"MelBonis" war das Pseudonym der 1858 in Paris geborenen französischen Komponistin Mélanie Hélène Bonis. Pseudonyme waren für Komponistinnen des 19. Jahrhunderts praktisch die einzige Möglichkeit, als Musikschaffende ernst genommen zu werden.

Als Kind näherte sich Bonis autodidaktisch der Musik, durch Vermittlung von César Franck erhielt sie später einen Studienplatz am Pariser Konservatorium. Wegen ihrer Liebe zu ihrem Studienkollegen Amédée Hettich wurde sie von ihren Eltern aus dem Konservatorium genommen und im Alter von 22 Jahren mit einem doppelt so alten Unternehmer verheiratet. Dieser brachte fünf Kinder in die Ehe mit, zu denen noch drei eigene kamen - ein viertes musste von ihr getrennt aufwachsen, da es aus der Beziehung zu Hettich stammte.

Inmitten all der Anforderungen als Mutter und Ehefrau gelang es Bonis, etwa ab ihrem 40. Lebensjahr ein reichhaltiges kompositorisches Schaffen zu entfalten - ein kleines Wunder, das das Frauenmuseum Hittisau am Donnerstag, 20. Oktober mit Interessierten teilen möchte.

Um 19 Uhr wird eine Führung durch die aktuelle Ausstellung "Feste.Kämpfe. 100 Jahre Frauentag" angeboten, um 20 Uhr stehen Konzert (Mélanie Bonis  - Klavierquartett Nr. 1 B-Dur op. 69 / Johannes Brahms - Klavierquartett Nr. 3 c-Moll op. 60) und Diskussion mit der Urenkelin der Komponistin Christine Géliot am Programm. (red)