Wien - 40 vorwiegend jugendliche Kurden haben Montagnachmittag ein türkisches Zeitungsbüro in der Wiener Innenstadt gestürmt. Wie die Polizeidirektion Wien in einer Aussendung weiter mitteilte, forderten sie die anwesenden Mitarbeiter der Zeitung auf, das Büro sofort zu verlassen. Danach schloss sich die kurdische Gruppe in den Büroräumlichkeiten ein, skandierte Sprechchöre und warf Flugblätter durch die geöffneten Fenster Richtung Stephansplatz.

Nach Angaben der Online-Ausgabe des "Kurier" handelte es sich um die Redaktionsräume der Zeitung "Zaman" ("Die Zeit"). Die der türkischen Regierungspartei AKP nahestehende Zeitung erscheint in Österreich in deutscher und in türkischer Sprache.

Die Redaktionsräume seien besetzt worden, um gegen die Haft des PKK-Führers Abdullah Öcalan zu protestieren, hieß es. Die Jugendlichen protestierten zudem gegen Verhaftungen von Kurden und forderten laut eigenen Angaben eine friedliche Lösung der Kurden-Frage.

Die Manifestanten hatten laut Polizei gefordert, mit Medien in Kontakt treten zu dürfen. Schließlich wurde ein Vertreter der Gruppe aus dem Bürohaus auf den Stephansplatz begleitet, damit dieser den anwesenden Medienvertretern ein Interview geben konnte.

Die Brandstätte sowie die Rotenturmstraße im Bereich des Stephansplatzes mussten für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden. Um 18.25 Uhr verließ die kurdische Gruppe, wie zuvor mit der Polizei vereinbart, freiwillig das Gebäude. Kurz danach wurden die Verkehrssperren wieder aufgehoben. Nach ersten Informationen gab es keine Verletzten und auch keine Sachbeschädigungen. (APA)