Frankfurt - Nach einem wechselvollen Tagesverlauf hat sich der DAX am Dienstag mit einem moderaten Plus aus dem Handel verabschiedet. Der deutsche Leitindex verbuchte einen Aufschlag von 17,98 Punkten oder 0,31 Prozent auf 5.877,41 Punkte, nachdem er zuvor mehrere Male seine Richtung gewechselt hatte. Marktstratege Marco Günther von der Hamburger Sparkasse sprach von einem "orientierungslosen Handel". Der M-DAX erhöhte sich 87,86 Punkte oder 0,99 Prozent auf 8.973,86 Zähler. Der HDAX schloss mit 2.999,08 Einheiten und einem Plus von 10,89 Zählern oder 0,36 Prozent. Der C-DAX legte 1,91 Punkte oder 0,37 Prozent auf 520,02 Zähler zu. Der TecDAX sank hingegen um 3,28 Punkte oder 0,48 Prozent auf 677,56 Punkte.

"Die meisten Anleger halten ihr Pulver vor dem EU-Gipfel am kommenden Sonntag trocken", sagte Marktexperte Günther. Zudem seien die jüngsten Daten sowohl auf der Makro- als auch auf der Mikroebene uneinheitlich ausgefallen. Die ZEW-Konjunkturerwartungen hatten sich im Oktober stärker eingetrübt als erwartet, und in China hatte sich das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal abgeschwächt. Dafür waren aktuelle Daten vom US-Häusermarkt überraschend positiv ausgefallen, zudem waren die Erzeugerpreise in den Vereinigten Staaten im September deutlich stärker als angenommen geklettert.

Für Bewegung sorgten zudem frische Unternehmenszahlen aus der US-Bankenbranche. Während die Bank of America im dritten Quartal vor allem dank Sondereffekten die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft hatte, war Goldman Sachs in die roten Zahlen gerutscht. In Folge dessen schlugen sich die deutschen Bankenwerte unterdurchschnittlich. Die Aktien der Deutschen Bank verloren 0,19 Prozent auf 26,415 Euro, die der Commerzbank verbilligten sich sogar um mehr als ein Prozent.

Zu den schwächsten DAX-Werten zählten die Titel von ThyssenKrupp mit minus 1,00 Prozent auf 20,245 Euro. Mehrere Analysten hatten sich zu einer Investorenveranstaltung im neuen brasilianischen Stahlwerk des Konzerns geäußert. Da die Fortschritte beim Produktionsanlauf wegen der trüben Konjunktur an Dynamik verlören, habe er die kurzfristigen Ergebnisprognosen für die Sparte Steel Americas reduziert, schrieb etwa Analyst Ralf Dörper von der WestLB.

Auch die Daimler-Papiere hinkten dem Markt hinterher und schlossen mit minus 0,05 Prozent bei 36,490 Euro. Gegenwind bescherte den Titeln der angekündigte Abgang des langjährigen Mercedes-Chef in den USA. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, dass Ernst Lieb mit sofortiger Wirkung freigestellt werde. Die VW-Vorzugsaktien <VOW3.ETR> stiegen dagegen um mehr als anderthalb Prozent. Börsianer verwiesen darauf, dass Deutschland im September der einzige große Markt in Europa mit steigender Nachfrage gewesen war.

Zu den Favoriten im DAX zählten die Aktien des Düngemittelkonzerns K+S die um 2,14 Prozent auf 44,585 Euro zulegten. Als Grund wurden neuerliche Gerüchte über den Verkauf des Nitrogen-Geschäfts genannt.

Die Aktien von Rheinmetall verbilligten sich im Index mittelgroßer Werte um 0,62 Prozent auf 38,620 Euro. Medienberichten zufolge bestellt das Bundesverteidigungsministerium weniger Puma-Schützenpanzer als bislang geplant. Im TecDAX schließlich sackten die Aktien von Aixtron am Index-Ende um 5,48 Prozent auf 9,972 Prozent ab. Mehrere Analysten hatten sich negativ zu den Ende des Monats anstehenden Quartalszahlen geäußert. (APA)