Wien - Die Wiener Börse hat die Sitzung am Donnerstag bei moderatem Volumen mit deutlich tieferen Notierungen beendet. Der ATX fiel 51,82 Punkte oder 2,65 Prozent auf 1.900,58 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 19 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 1.920 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,43 Prozent, DAX/Frankfurt -2,45 Prozent, FTSE/London -1,21 Prozent und CAC-40/Paris -2,28 Prozent.

Im Späthandel wurden die Kursverluste noch einmal europaweit ausgeweitet. Vor dem näher rückenden EU-Gipfel am Wochenende hielten sich die Investoren mit Neuengagements zurück, hieß es aus dem Handel. Nur wenige Tage vor dem wichtigen Treffen zeichnet sich in der schwelenden Euro-Schuldenkrise noch immer keine Lösung ab und die Nervosität an den Finanzmärkten stieg weiter an.

Starken Verkaufsdruck gab es daraufhin wieder einmal im Bankenbereich zu beobachten. In Wien rasselten die Titel der Raiffeisen Bank International (RBI) um 4,07 Prozent auf 20,97 Euro nach unten. Die heute beschlossene neue slowakische Bankensteuer wird die RBI nächstes Jahr etwa 20 Mio. Euro kosten, sagte ein RBI-Sprecher. Das entspreche etwa 15 bis 20 Prozent des heurigen Gewinns. Erste Group verbuchten ebenfalls einen massiven Kursrückgang von 4,17 Prozent auf 15,06 Euro.

voestalpine-Papiere sackten gar um 4,99 Prozent auf 21,41 Euro ab, nachdem sich die Stahlaktie bereits am Mittwoch um mehr als drei Prozent geschwächt hatte. Der neue Lohnabschluss für die heimische Metallbranche kostet dem Stahlunternehmen Konzernkreisen zufolge rund 50 Mio. Euro.

OMV im Minus

Unter den weiteren Schwergewichten bauten OMV ein Minus von 2,35 Prozent auf 24,74 Euro. Die Strabag-Aktie konnte sich gegen den Abwärtssog stemmen und legte um 0,47 Prozent auf 23,50 Euro zu. Die arabische Tochtergesellschaft des Baukonzerns hat im Oman einen Auftrag im Volumen von 150 Mio. Euro erhalten.

AT&S befestigten sich um 1,89 Prozent auf 8,97 Euro. Der Leiterplattenhersteller verbesserte im zweiten Quartal 2011/12 seine Ergebnissituation gegenüber dem ersten Quartal und bestätigte die eigene Jahresprognose. Das veröffentlichte Zahlenwerk wurde von der UniCredit jedoch als leicht unter den eigenen Schätzungen bewertet.

Die Post-Aktie verabschiedete sich mit minus 2,14 Prozent bei 21,30 Euro aus dem Handelstag. Das Unternehmen setzt die Expansion im Ausland fort und übernahmen 26 Prozent an der rumänischen Firma PostMaster.

Schoeller-Bleckmann (SBO) gingen um 1,31 Prozent auf 58,72 Euro zurück. Goldman Sachs setzte das Kursziel von 79 auf 78 Euro nach unten. Die Kaufempfehlung "Buy" blieb bestehen, jedoch wurden die Papiere des Ölfeldausrüsters von der "Conviction Buy List" gestrichen.

Die größten Kursgewinner

1. AT&S AUSTRIA TECH.&SYSTEMTECH. +1,89 Prozent

2. WOLFORD AG +0,79 Prozent

3. DO&CO RESTAURANTS&CATERING AG +0,47 Prozent

4. STRABAG SE +0,47 Prozent

Die größten Kursverlierer

1. VOESTALPINE AG -4,99 Prozent

2. ERSTE GROUP BANK AG -4,17 Prozent

3. RAIFFEISEN BANK INTERNAT. AG -4,07 Prozent

4. CA IMMOBILIEN ANLAGEN AG -3,90 Prozent

5. WIENERBERGER AG -3,70 Prozent

6. IMMOFINANZ AG -3,46 Prozent

7. BENE AG -3,33 Prozent

8. CONWERT IMMOBILIEN INVEST SE -3,26 Prozent

9. LENZING AG -3,17 Prozent

10. HTI HIGH TECH INDUSTRIES AG -3,10 Prozent (APA)