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Rebellen zeigen das angebliche Versteck Gaddafis.

Foto: Reuters/Sudani

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Feiernde Rebellen in Sirte

Foto: REUTERS/Esam Al-Fetori

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Ein Bild aus Besseren Tagen: Muammar Gaddafi zu Besuch bei Nicolas Sarkozy.

Foto: Reuters/Naegelen

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Dieses Foto (Screenshot eines Handyfotos) wurde am Donnerstag von Agenturen verbreitet. Es zeigt angeblich den verletzten Gaddafi, der in Sirte festgenommen wird. Wenig später soll er an seinen Verletzungen gestorben sein.

Foto: AFP

Der im August gestürzte libysche Diktator Muammar al-Gaddafi ist laut unterschiedlichen Berichten getötet, beziehungsweise verhaftet worden. derStandard.at berichtete live.

17:35 Uhr: Gaddafi ist durch Schussverletzungen ums Leben gekommen. Das bestätigte ein Arzt im Krankenhaus von Misrata, in das der Leichnam von Sirte aus gebracht worden war. Gaddafi sei am Kopf und am Bauch von Schüssen getroffen worden, sagte der Arzt dem Nachrichtensender Al-Jazeerara. Der

17:12 Uhr: Der libysche Ministerpräsident Mahmud Jibril hat den Tod des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi bestätigt. Jetzt sei es an der Zeit, ein neues, einiges Libyen zu schaffen, sagte Jibril am Donnerstag in Tripolis.

Derweil berichteten Vertreter der Übergangsregierung, dass auch Gaddafis Sohn Motassim von Kämpfern der neuen Führung erschossen worden sei. Gaddafis vor allem im Ausland bekannter Sohn Saif al-Islam sei auf der Flucht von Einheiten der Regierung eingekreist worden.

17:00 Uhr: Ein Augenzeuge sagte dem Nachrichtensender Al-Arabiya, der Leichnam Gaddafis sei am Donnerstag in das Viertel Souk al-Tawansa in Misrata gebracht worden. Dort sollte er an Gerichtsmediziner übergeben werden. Der Augenzeuge sagte, die Leiche des Tyrannen sei nicht verstümmelt. Er sei offensichtlich durch Schüsse gestorben.

Ein Augenzeuge berichtete unterdessen, er habe am Donnerstag ein Video des gefangen genommenen Sohns Gaddafis, Motassim, gesehen. Dieser sei blutüberströmt aber lebend auf einem Bett gelegen. Er habe einen Bart und ein blutverschmiertes Unterhemd getragen.

16:36 Uhr: Die Nachrichtenagenturen Getty und AFP haben Bilder des angeblichen Gaddafi-Verstecks erworben.

16:24 Uhr: Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, dass Gaddafi lebendig gefangen wurde. Ein Sprecher des Militärrates von Misrata, der den Angriff auf Sirte organisierte, sagte: "der Tyrann starb nach seiner Festnahme". Die Truppen aus Misrata stehen laut Bloomberg nicht unter Kontrolle des Übergangsrates.

16:00 Uhr: Der arabische Fernsehsender Al-Jazeera hat am Donnerstag Aufnahmen einer männlichen Leiche gezeigt, offenbar jene von Muammar al-Gaddafi. Zu sehen ist das Gesicht eines Mannes mit Kinnbart, wie ihn Gaddafi trug. Die Aufnahmen wurden auch im Sender CNN ausgestrahlt.

15:35 Uhr: Der Guardian hat eine interaktive Landkarte vom Angriff auf Gaddafis Geburts- und womöglich auch Sterbeort Sirte gebastelt.

15:27 Uhr: Al Arabiya meldet, dass Gaddafis Leiche in Misrata angekommen sei und demnächst der Presse präsentiert werden soll

15:22 Uhr: Auf Al Jazeera (arabisch) wird ein NTC-Sprecher interviewt. Er berichtet, Gaddafi sei auf der Flucht aus Sirte gefasst worden. Der Moderator merkt an, dass kurz zuvor ein anderer NTC-Sprecher gesagt hat, er habe sich in einem Erdloch versteckt gehabt. Sprecher: Ja, er hatte sich in einem Loch versteckt.

15.20 Uhr: Angeblich ist nun auch Gaddafis Sohn Mutassim in Sirte gefangengenommen worden. Er lebt. Das berichten Al Jazeera und Al Arabiya.

15:02 Uhr: Neues Video:

15:00 Uhr: Gaddafis Leiche soll "aus Sicherheitsgründen" an einen geheimen Ort gebracht worden sein.

14:52 Uhr: US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton kann den Tod Gaddafis nicht bestätigen, spricht aber von einem Aufatmen, das in diesem Fall durch die Welt ginge.

14:42 Uhr: Abdurahman Bousin, Sprecher der libyschen Übergangsregierung,  bezweifelt laut CNN, dass sich Gaddafi überhaupt in Sirte aufhielt.

14:40 Uhr: Die Londoner Tageszeitung Guardian will ein Foto des toten, beziehungsweise schwer verletzten Gaddafi haben. Der Übergangsrat spricht davon, dass diese Fotos echt sind.

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Überblick:. Nach der Einnahme von Sirte vermeldete Al Jazeera unter Berufung auf libysche Fernsehberichte die Festnahme von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi. Er sei an beiden Beinen verletzt worden, wird Abdel Majid, ein Vertreter des Nationalen Übergangsrats zitiert. Mittlerweile sei er seinen Verletzungen erlegen. Gaddafi soll nach dem Fall Sirtes in ein Feuergefecht verwickelt worden sein, angeblich während eines Angriffs auf seinen Konvoi.

Während die "Nationale Front für die Rettung Libyens" twittert, der gestürzte Diktator liege im Koma, meldet das libysche Fernsehen ebenfalls, er sei inzwischen tot. Seine Leiche sei nach Misrata gebracht worden. Gaddafi soll sich vor seiner Festnahme in einem Loch in Sirte versteckt haben. Er habe "Nicht schießen, nicht schießen" gerufen, berichtete ein Kämpfer der Übergangsregierung am Donnerstag. Diese Berichte können derzeit allerdings nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden. Der Chef des Nationalen Übergangsrates, Mustafa Abdel Jalil, soll in Kürze eine Erklärung an die Nation abgeben.

Angeblich weitere Festnahmen

Nach Angaben des libyschen Fernsehsenders wurden auch Gaddafis Sohn Mutassim und Geheimdienstchef Abdallah Senussi festgenommen. Ein Kommandant der Rebellen sagte zu Reuters, auch Gaddafi-Sprecher Mussa Ibrahim sei festgenommen worden. In Tripolis waren Freudenschüsse zu hören.

Die NATO gab bekannt, man prüfe die Berichte, dies könne aber mehrere Stunden dauern.  Das US-Außenministerium verlautbarte, man verfolge die Berichtersattung, könne die Meldung aber nicht bestätigen. Schon vor einer Woche war berichtet worden, dass Gaddafis Sohn Mutassim verhaftet worden sei. Diese Meldung wurde allerdings vom Übergangsrat zurückgezogen.

Widersprüchliche Meldungen

Truppen der libyschen Übergangsregierung haben vorher nach eigenen Angaben die letzten Stellungen in Sirte erobert, die von Anhängern des gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi gehalten wurden. "Sirte ist befreit. Es gibt hier keine Gaddafi-Truppen mehr", erklärte Oberst Yunus al-Abdali. Man jage nun flüchtige Kämpfer. Auch ein anderer Kommandant bestätigte, dass sich die Heimatstadt Gaddafis an der libyschen Küste in der Hand der Truppen der Übergangsregierung befinde. Der militärische Sprecher des Übergangsrates spricht davon, dass noch einige letzte Gaddafi-treue Kämpfer in der Stadt selbst aufhalten.

Im Morgengrauen verließ laut Reuters ein Konvoi mit etwa 40 Fahrzeugen und hundert Gaddafi-treuen Kämpfer die Stadt Richtung Westen, Milizen der Übergangsregierung verfolgen sie. Laut Al Jazeera greifen NATO-Kampfflugzeuge den Konvoi an.

In Sirte hat es am Dienstag heftige Kämpfe gegeben. Auf der Seite des Nationalen Übergangsrates gab es in der letzten Hochburg von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi zahlreiche Tote und mehr als hundert Verletzte. (red/APA/Reuters)