Wien - Die teilstaatliche börsenotierte Österreichische Post AG setzt ihre Expansion im Ausland fort. Mit Donnerstag erfolgte die Übernahme von 26 Prozent (inklusive einer Option auf 100 Prozent in den folgenden zwei Jahren) an der rumänischen Firma PostMaster s.r.l.. "Nach Ungarn, der Slowakei und Kroatien ist die Post nunmehr auch am rumänischen Mail-Markt vertreten. Damit wurde ein weiterer Schritt im Sinne der Wachstumsstrategie gesetzt und der Einstieg in einen der größten CEE Märkte geschafft. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart", teilte das Unternehmen in einer Aussendung mit.

PostMaster mit Firmensitz in Bukarest wurde 2007 gegründet und ist laut Post AG der führende Anbieter unter den alternativen Postdienstleistern. Kerngeschäft ist die Zustellung adressierter Werbesendungen (über 50 Gramm). Das Unternehmen beschäftigt ca. 100 Mitarbeiter sowie rund 1.500 Zusteller. Letztere sind auf Werkvertragsbasis tätig und haben 2010 über 100 Mio. unadressierte und 13 Mio. adressierte Sendungen mit einem Umsatzvolumen von 6,7 Mio. EUR zugestellt. Für 2011 wird eine Umsatzsteigerung von mehr als 30 Prozent auf rund 10 Mio. Euro erwartet, hieß es.

Post wehrt sich gegen Mobbing-Vorwürfe

Postchef Georg Pölzl hat unterdessen mit Unverständnis und Empörung auf die Vorwürfe von Belegschaftsvertretern reagiert, wonach ältere Mitarbeiter aus dem Unternehmen "gemobbt" würden. Pölzl meinte, dies sei eine "glatte Lüge". "Ich habe die Wertediskussion im Unternehmen begonnen. Ich habe 2.000 Führungskräfte und Belegschaftsvertreter zu diesem Thema eingeladen, aber einige Vertreter der Arbeitnehmer polemisieren offensichtlich lieber in den Medien gegen die Post, als sich an einer Diskussion über Wertschätzung und Leistungskultur zu beteiligen", meinte Pölzl.

Richtig sei, dass Mitarbeiter, die mehr als zehn Jahre bei der Post sind oder das 50. Lebensjahr erreicht haben, "definitiv gestellt werden", also wie die beamteten Mitarbeiter de facto unkündbar seien, so Pölzl. Sollte es unter diesen Personen geben, die nicht die erforderliche Leistung im Team erbringen, dann werde mit ihnen gesprochen. Dabei handle es sich aber um weniger als 20 Mitarbeiter im ganzen Konzern. Und es sei auch im Interesse aller Postbeschäftigten, dass diese Kollegen nicht über die nächsten Jahre "mitgeschleppt" würden.

Er stehe mit den Belegschaftsvertretern im ständigen Kontakt, auch heute werde es wieder Gespräche geben, sagte Pölzl. Er ließ durchblicken, dass es sich bei den Vorwürfen wohl eher um einen Wettlauf der sozialistischen und christdemokratischen Gewerkschaftsvertreter im Haus gehe, wer mehr auf das Management einschlage. Die FSG und die FCG sind sich in der Post traditionell nicht sonderlich grün, zuletzt hatten die Christgewerkschafter bei der Personalvertreterwahl einen Achtungserfolg erzielt. (APA)