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Dieses Wrack war Teil des Konvois.

Foto: REUTERS/Thaier al-Sudani

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Das Media-Update zum Download.

Am Donnerstag wurde Muammar al-Gaddafi getötet - durch Schüsse aus nächster Nähe, wie mittlerweile durch den Arzt, der ihn obduzierte, bestätigt wird. Zu der Festnahme Gaddafis - zu diesem Zeitpunkt war er noch am Leben - kam es aber überhaupt erst durch einen Luftschlag der Nato, wo gestern nur wenige Details bekannt waren. Im Media Update nimmt die Nato nun zum gestrigen Angriff Stellung (das Originalfile gibt es links zum Download).

Wie die Nato nun berichtet, wurde ein Konvoi von rund 75 Militärfahrzeugen ausgemacht, der mit hoher Geschwindigkeit aus Sirte flüchtete. Bei einigen dieser Fahrzeugen wurden große Mengen geladene Waffen und Munition wahrgenommen, woraufhin man sich zu einem Angriff auf elf dieser gepanzerten Fahrzeuge entschloss - diese hätten eine hohe Gefahr für die zivile Bevölkerung dargestellt, heißt es in diesem Bericht.

Zwei Luftschläge: Einen durch einen Kampfjet, einen durch eine Drohne

Beim ersten Schlag wurde nur ein Fahrzeug zerstört. Der Konvoi wäre dadurch aber aufgelöst worden, viele Fahrzeuge waren daraufhin in unterschiedliche Richtungen unterwegs. Bei einem zweiten Schlag wurden rund 20 Fahrzeugen angegriffen, die weiterhin in südlicher Richtung unterwegs gewesen sein sollen. Bei dieser Attacke wurden etwa zehn Fahrzeuge zerstört.

Hervorheben kann man hier das Wording: Der erste Schlag wird einer "NATO aircraft" zugeschrieben - ein Kampfjet, wie man annehmen kann. Aus Frankreich war zuvor gemeldet worden, dass einer ihrer Kampfflugzeuge Teil des Angriffs gewesen ist. Der zweite Schlag wird nun nicht mehr als "aircraft", sondern als "air asset" bezeichnet - was auf auf einen Drohnenangriff der USA schließen lässt.

Zu diesem Zeitpunkt wusste die Nato noch nichts davon, dass Gaddafi an Bord eines dieser Fahrzeuge gewesen war. Dies wurde erst später durch "freie" Quellen und Informationen der Verbündeten in Erfahrung gebracht. Um der Uno-Resolution 1973 zu genügen, wird abermals betont, dass der Luftschlag "lediglich um die Gefahr für die Zivilbevölkerung zu reduzieren" durchgeführt wurde. (flog, derStandard.at, 21.10.2011)