Tripolis - Die Familie des getöteten libyschen Machthabers Muammar Gaddafi hat von der Übergangsregierung die Herausgabe seines Leichnams verlangt. Der Körper müsse an Gaddafis Stamm in der Stadt Sirte übergeben werden, um ihn nach islamischem Regeln beerdigen zu können, hieß es in einer Erklärung, die von einem syrischen Fernsehsender veröffentlicht wurde. Die Familie forderte auch den Leichnam von Gaddafis Sohn Motassim, der wie sein Vater am Donnerstag getötet wurde, als Kämpfer der Übergangsregierung die Stadt Sirte einnahmen.

Witwe fordert UNO-Untersuchung

Die Witwe des getöteten libyschen Ex-Machthabers Muammar al-Gaddafi hat eine UNO-Untersuchung zu den Umständen seines Todes gefordert. "Wir fordern die UNO auf, die Umstände des Todes des Mujjahid Muammar el Gaddafi zu ermitteln", sagte Safia Gaddafi am Freitag laut dem in Syrien ansässigen Fernsehsender Arrai, der der Gaddafi-Regierung nahestand. Sie sei stolz auf den "Mut" ihres Mannes und ihrer Söhne "im Kampf gegen den Angriff von 40 Ländern und ihrer Vertreter" während der vergangenen Monate. Sie würden ihren Platz "unter den Märtyrern" finden, sagte Safia Gaddafi weiter.

Das UNO-Menschenrechtskommissariat in Genf hatte zuvor eine Untersuchung zu Gaddafis Tod gefordert. Der langjährige libysche Machthaber war am Donnerstag unter ungeklärten Umständen getötet worden. Nachdem er zunächst lebend in seiner Heimatstadt Sirte entdeckt wurde, starb er später durch Schüsse. Unklar ist, ob er in eine Schießerei geriet oder hingerichtet wurde. Seine Frau Safia war bereits im August mit den drei Kindern Aischa, Hannibal und Mohammed nach Algerien geflohen. Drei weitere Söhne wurden getötet. Einzig das Schicksal des lange als Nachfolger Gaddafis gehandelten Sohnes Saif al-Islam ist noch unklar. Seit Donnerstagabend gibt es Gerüchte über seinen Tod, seine Festnahme sowie über seine Flucht. (APA)