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Die Seilbahn- wirtschaft hat wieder auf hohem Niveau investiert. Schließlich waren die vergangenen Winter verhältnis- mäßig schneearm. Fast drei Viertel der Pisten in Österreich sind mittlerweile beschneibar.

Foto: APA/Pfarrhofer

Sölden - Zum 15. Mal hat Sölden, eine der tourismusintensivsten Destinationen in Österreich, mit der Austragung der ersten Weltcuprennen praktisch auch den Startschuss für die Wintersaison gegeben. Dabei ist der touristische Sommer noch gar nicht zu Ende. Der geht nämlich noch bis 31. Oktober. Dass das Sommerhalbjahr ein gutes gewesen ist, weiß man bereits. Mehr Fragezeichen denn je gibt es hingegen, was die kommenden Monate betrifft. Schuldenkrise und Euro-Diskussion, wie es sie seit Beginn des Gemeinschaftsprojekts Europa in dieser Intensität noch nie gegeben hat, scheinen alles möglich zu machen - Gutes ebenso wie Schlechtes.

Petra Stolba, Chefin der Österreich Werbung, hält es für möglich, dass Österreichs Tourismusbranche an das gute Ergebnis des vergangenen Winters anschließen kann.

Geringe Nebenausgaben

Die Statistiker konnten damals mit 15,7 Mio. Ankünften (plus zwei Prozent) eine Rekordgästezahl registrieren. Bei den Nächtigungen gab es im Österreich-Durchschnitt mit 62,1 Millionen zwar ein Minus von einem Prozent. Das aber spiegelt nichts anderes als den seit Jahren anhaltenden Trend zu immer kürzeren Aufenthalten wider. Den zu stoppen geschweige denn umzukehren, dafür hat man noch kein Rezept gefunden. Bei den Nebenausgaben, auch das sei absehbar, werde weiter gespart.

Franz Hörl, Parlamentarier, Tourismussprecher der ÖVP und Präsident der Seilbahnwirtschaft, ist zwar grundsätzlich "optimistisch", schränkt aber ein: "sofern die Krise nicht eskaliert". Die österreichweit 255 Seilbahnunternehmen haben zusammengenommen heuer zwar etwas weniger investiert - 494,2 Mio. Euro nach 562 Mio. Euro im Jahr davor -, als Signal für eine Krise sollte man das dennoch nicht werten, sondern als Ausdruck einer gewissen Sättigung. Hörl: "Mehr als 70 Prozent der Pisten in Österreich sind inzwischen beschneibar. Außerdem wurden im Vorjahr einige außerordentliche Investitionen getätigt. Jetzt bewegen wir uns wieder auf Normalniveau, das noch immer herzeigbar ist."

Eine dieser Investitionen war etwa die Gaislochkoglbahn in Sölden, die im Dezember des Vorjahres den Betrieb aufgenommen hat. "Wir haben 38 Millionen Euro in dieses Projekt investiert", sagte der Marketingchef der Ötztaler Bergbahnen, Jakob Falkner. "Jetzt machen wir zwei Jahre Pause. Wir müssen das erst einmal verdauen". (Günther Strobl, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 24.10.2011)