Wer in turbulenten Zeiten nach geographischer Diversifikation sucht, ist sicherlich gut beraten, in Märkte zu investieren, die nicht zwangsläufig am Tropf der global bedeutsamen Aktienmärkte hängen: Dekorrelation ist Trumpf. So hat – unter anderem ‑ der Neuseeländische Aktienmarkt seit dem Einbruch Mitte August die großen Benchmark-Indizes abgehängt.

Der MSCI New Zealand Net Total Return US-Dollar-Index bildet die Entwicklung der Aktien der fünf größten Neuseeländischen Unternehmen ab, die nach Marktkapitalisierung gewichtet sind. Eine Überprüfung und Anpassung der Indexzusammensetzung findet vierteljährlich statt. Der Index ist als Total Return Index konzipiert; dies bewirkt, dass die Zahlungen der enthaltenen Aktien, wie etwa Dividenden oder Bezugsrechte, dem Indexstand zugeschlagen werden. Momentan sind im Index vertreten: Telecom New Zealand (Telekommunikation, Gewichtung: 31 Prozent), Fletcher Building (Baugewerbe, 30 Prozent), Auckland International Airport (Transport, 13 Prozent), Contact Energy (Versorger, 13 Prozent), Sky City Entertainment (Konsumgüter, 13 Prozent). Ein Index, der nur fünf Werte umfasst, erweist sich naturgemäß als stark anfällig für unternehmensspezifische Nachrichten und Ausschläge einzelner Aktien, umso mehr, wenn 60 Prozent des Index auf die beiden größten Komponenten entfallen.

Partizipation 1:1, keine Währungssicherung

Das RBS-Open End Index-Zertifikat (ISIN: DE000AA209B4) bildet den MSCI New Zealand Net Total Return US-Dollar-Index ab. Das Bezugsverhältnis ist mit 1:10 festgelegt, die jährliche Managementgebühr liegt bei 1 Prozent. Anleger sollten bei ihrer Investitionsentscheidung berücksichtigen, dass sie ein direktes Währungsrisiko gegenüber dem US-Dollar tragen, da der Index in dieser Währung berechnet wird. Mittelbar sind sie den Schwankungen des Neuseeländischen Dollars ausgesetzt, die Handelswährung der zugrunde liegenden Aktien. Dieser hat in den letzten Jahren stark aufgewertet: Kostete ein Euro im ersten Quartal 2009 in der Spitze noch 2,55 Neuseeländische Dollar, konnte dieser kontinuierlich zulegen, bis er Anfang August Höchststände bei 1,63 markierte. Zurzeit kann das Wechselkursverhältnis mit etwa 1,73 Neuseeland-Dollar pro Euro angenommen werden. Das Index-Zertifikat ist bereits in den Börsenhandel eingeführt, daher entfällt ein Ausgabeaufschlag. Die Geld-Brief-Spanne beträgt 1,5 Prozent.

Fazit: Das Neuseeland-Zertifikat konnte während der dramatischen letzten zwei Monate überzeugen. Aufgrund der geringen Anzahl von Indexkomponenten und der Konzentration auf die beiden größten Unternehmen ist generell mit hoher Volatilität zu rechnen. Investoren sollten sowohl US-Dollar als auch Neuseeland-Dollar im Auge behalten.