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Saufen als Ausdruck der Freude über den Abschluss der Schullaufbahn.

Info: Verbraucherrecht

Foto: REUTERS/Jeff J. Mitchell

Mehrere Veranstalter haben die Jugendlichen als potentielle Kunden seit längerem für sich entdeckt. Mit Fotos, Videos und verlockenden Texten wird ganzen Maturajahrgängen das Feiern schmackhaft gemacht. Einer dieser Anbieter ist DocLX, der Komplettpakete für Jugendliche in Feierlaune schnürt. Auf der Homepage und in Prospekten wirbt der Veranstalter mit Party, Activities und Fun - und mit jeder Menge Alkohol.

24/7 ist zu viel

Für den VKI ist diese "aggressive" Art der Bewerbung mit Alkohol nun Anlass für eine Klage auf Unterlassung. "Jederzeit und überall und immer und alle Tage und die ganze Woche und rund um die Uhr und im gesamten Club 4 Free" wird den Schülern in den Werbeprospekten bzw. auf der Homepage des Veranstalter der hochprozentige Alkohol als besonderes "Zuckerl" angeboten. Dabei ist der Konsum harter Getränke in vielen Bundesländern laut Jugendschutzgesetz den Schülern verboten. Abgabe an und Konsum von hochprozentigem Alkohol durch Minderjährige ist in mehreren Bundesländern untersagt.

In 2.200 Maturajahrgangsklassen bewirbt DocLX die "X-Jam 2012" und damit ein All-Inclusive-Paket mit 24/7 Ottakringer, Bacardi und Eristoff. Der VKI kritisiert die Art und Weise der Bewerbung scharf, ebenso die Darstellungen von fröhlich feiernden Mädchen mit Cocktailgläsern, Mädchen die fröhlich Wodka-Flasche schwingen oder Rum-Flaschen küssen. Auf der Homepage wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass an jeder Bar sämtliche alkoholischen Getränke verfügbar sind, dass es aber auch "zusätzlich" Markensoftdrinks gäbe. In einem Absatz weist der Veranstalter außerdem darauf hin, dass der "sinnvolle Umgang mit Alkohol" dazugehört, um eine unvergessliche Zeit auf der X-Jam haben zu können.

Suchtprävention und Verführung zum Missbrauch

"Während Mediziner besonders vor Alkohol für Jugendliche warnen und der Gesetzgeber daher auch Werbeverbote im Fernsehen und Radio vorschreibt, werden hier Matura-Reisen als Alkohol Spektakel zu verkaufen versucht", zeigt sich Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht im VKI empört.

In vielen Schulen werde Suchtprävention betrieben. Gleichzeitig öffnen viele Schulen - offenbar ohne Kenntnis der aggressiven Alkohol-Werbung - derartigen Maturareise-Anbietern Tür und Tor, ist man beim VKI überzeugt. Als Reaktion darauf geht der VKI nun mit einer Verbandsklage nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb vor und hat nun den Veranstalter auf Unterlassung geklagt.

"Wir verlangen die Unterlassung solcher Alko-Werbung insbesondere bei Maturareisen, weil gerade Jugendliche vor Alkoholsucht besonders zu schützen sind", sagt Peter Kolba. "Wir betreten damit juristisches Neuland und hoffen, das Verbot aggressiver Werbung so mit Leben zu erfüllen." (red/derStandard.at/24.10.2011)