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Apple hat das Image einer überteuerten Marke, doch die elitären Preise sind Vergangenheit.

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Apple gilt noch immer als eine der teuersten Computer-Marken, obwohl das Unternehmen in den vergangenen Jahren seine Preisstrategie geändert hat. iPhone, MacBook, iPad und Co spielen zwar bei den Kosten nach wie vor in der High-End-Liga, doch die elitären Preise gehören der Vergangenheit an. Um im Wettkampf gegen Android nicht auf der Strecke zu bleiben, dürften weitere Preissenkungen bald notwendig werden.

MacBook Air vs. Ultrabooks

Als bestes Beispiel für Apples Wandel bei der Preisstrategie gilt das MacBook Air. Der schmale Laptop kam 2008 zu einem Preis von rund 1.800 Euro für das 13-Zoll-Modell auf den Markt. Aktuell ist das größere der beiden Air-Modelle ab 1.249 Euro erhältlich. Der 11-Zöller kostet nur mehr 949 Euro. Zwar gibt es deutlich billigere Notebooks und Netbooks mit Windows und Linux. Doch bei der Kategorie der Ultrabooks, die wie das Air auf ein besonders dünnes, stabiles Gehäuse und schnelle Komponenten wie die aktuellen Intel-Prozessoren setzen, bewegt sich die Konkurrenz auf dem gleichen Preisniveau. Vorgabe für die Ultrasbooks ist ein Preis ab 1.000 Dollar.

iPhone-Preise

High-End-Smartphones bewegen sich preislich ohne Vertrag alle in etwa auf einer Linie. Unter 600 Euro wird man bei neuen Geräten praktisch nicht fündig. Ohne Vertrag ist das 4S hierzulande ab 629 Euro erhältlich. Das Galaxy Nexus kommt im November ab 679 Euro auf den Markt. Das Nokia N9 kostet 619 Euro. Und dennoch gibt es das neue Apple-Smartphone vor allem bei den US-Providern günstiger als viele Konkurrenten. So wird es in den USA mit einem Zwei-Jahres-Vertrag bei allen Providern ab 199 US-Dollar angeboten. Das Droid Bionic gibt es zu denselben Konditionen bei Verizon etwa ab 300 Dollar, das Samsung Galaxy S II bei T-Mobile ab 230 Dollar, vergleicht die New York Times. In Österreich sehen die Preise anders aus. Hier bietet etwa T-Mobile das 4S schon ab 99 Euro an, sofern man bereit ist 45 Euro im Monat zu zahlen. Das Galaxy S II gibt es mit demselben Tarif ab 0 Euro.

Größere Produktionsvolumen

Analysten führen die gesunkenen Apple-Preise der vergangenen Jahre auf höhere Produktionsvolumina zurück. Apple ist iSuppli zufolge der größte Einkäufer von Flash-Speicher-Chips weltweit. Mit einer Kriegskasse von 82 Milliarden US-Dollar in Cash und Preisen, die deutlich über den Produktionskosten liegen, hat Apple noch einen großen Spielraum, um die Preise weiter zu senken. Laut iSuppli belaufen sich Produktionskosten für das iPhone 4S mit 16 GB Speicher gerade einmal auf 136 Euro.

Billigere Konkurrenz

Und weitere Preissenkungen könnten für Apple noch entscheidend werden. Das iPad etwa ist mit einem Startpreis von 479 Euro billiger als viele Beobachter von einem Apple-Tablet erwartet hatten. Samsung und Motorola haben ihren iPad-Konkurrenten mit ähnlichen, teils höheren Einstiegspreisen auf den Markt gebracht. Und so stellen die Android-Tablets bislang mengenmäßig keine reale Bedrohung für das iPad dar. Im vierten Quartal verkaufte Apple 11,1 Millionen iPads. Im Vergleich dazu sollen insgesamt erst sechs Millionen Android-Tablets verkauft worden sein, wie Android-Chefentwickler Andy Rubin laut Engadget kürzlich auf der AsiaD-Konferenz bekannt gab. Mit aggressiven Preisbrechern wie dem Amazon Kindle Fire, das nur 199 Dollar kostet, könnte Android auch den Tablet-Markt für sich gewinnen, wie es schon den Smartphone-Markt erobert hat. Allerdings nur, wenn Amazons Strategie mit gesteigerten Content-Verkäufen aufgeht, denn der Marktpreis des Kindle Fire liegt unter den Produktionskosten. (red/derStandard.at, 24. Oktober 2011)