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Grafik: APA

Wien - Nach dem Krisenjahr 2009 haben die Unternehmen international und national 2010 wieder deutlich mehr für Forschung und Entwicklung (F&E) aufgewendet. Wie aus einer am Montag in Wien präsentierten Studie des Beratungsunternehmens Booz & Company hervorgeht, sind die Forschungs-Ausgaben der 1.000 Unternehmen mit den weltweit größten F&E-Investitionen um 9,3 Prozent gestiegen. Die vier in den Top-1.000 vertretenen österreichischen Firmen legten bei ihren F&E-Ausgaben um 9,6 Prozent zu.

Nach Wirtschaftsregionen betrachtet legten die F&E-Ausgaben in China und Indien 2010 mit 38,5 Prozent gegenüber 2009 enorm zu, auch Nordamerika lag mit 10,5 Prozent über dem weltweiten Schnitt von 9,3 Prozent. Europa (plus 5,8 Prozent) und Japan (plus 1,8 Prozent) hinken hier deutlich nach.

In Österreich werden laut der Studie die F&E-Ausgaben von 2010 auf 2011 um fünf Prozent steigen. Die Unternehmensberater betonen, dass Österreich nur noch drittplatziertes Land innerhalb der Gruppe der "Innovation Followers" sei und seine F&E-Ausgaben weiter steigern müsse, um mit schnell wachsenden Ländern wie China oder Indien mithalten zu können.

IT, Elektronik, Pharma und Automobil sind top

Deutschland hat mit einem Wachstum von 8,9 Prozent seine Position als Innovations-Europameister vor Frankreich (plus 4,8 Prozent) und der Schweiz (plus 8,1 Prozent) verteidigen können. Der Geschäftsführer von Booz & Company Österreich, Klaus Hölbling, schätzt das "Innovationslevel im deutschsprachigen Raum als weiter hoch" ein. Die Industrie im deutschsprachigen Raum habe während der zurückliegenden Weltwirtschaftskrise die Forschung nicht vernachlässigt, gerade vor dem Hintergrund der aktuellen EU-Schuldenkrise täten die Unternehmen jedoch gut daran, mit ihrer antizyklischen Innovationsstrategie fortzufahren, so Hölbling.

Zwei Drittel der F&E-Ausgaben der 1.000 untersuchten Unternehmen entfallen auf die Branchen IT und Elektronik, Pharma sowie Automobil. Unter den Top-10 finden sich fünf Pharmakonzerne, darunter das Schweizer Unternehmen Roche, das mit 9,65 Mrd. Dollar (umgerechnet zu täglichen Durchschnittswechselraten) F&E-Aufwendungen unverändert wie im Vorjahr an erster Stelle rangiert. Microsoft (8,71 Mrd. Dollar) ist um zwei Plätze auf Rang vier zurückgefallen, Nokia (7,78 Mrd. Dollar) um fünf Plätze auf Rang acht.

Vier österreichische Firmen finden sich unter den Top-1.000: die Voestalpine rangiert mit F&E-Ausgaben von 144 Mio. Dollar auf Platz 539, Intercell (99 Mio. Dollar) auf Platz 723, Andritz (70 Mio. Dollar) auf Platz 938 und Zumtobel (65 Mio. Dollar) auf Platz 990. (APA)