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Die Farben würden es nahelegen, aber nicht Barca, sondern Levante jubelt an der Spitze.

Foto: EPA/DOMENECH CASTELLO

Valencia - Mit den Damen, das wissen die Herren von UD Levante, die seit Sonntagabend, nach dem 3:0 in Villarreal, erstmals in der Vereinsgeschichte die Primera Division anführen, werden sie sich niemals messen können. Viermal, zuletzt 2008, gewann der Klub aus Valencia die Superliga Femenina.

Die männliche Abteilung des ältesten Vereins der Stadt - der deutlich berühmtere FC wurde erst 1919, also zehn Jahre nach der Unio Esportiva gegründet - kann nur einen Titel anbieten, allerdings einen symbolträchtigen. 1937 gewann Levante durch ein 1:0 über den Lokalrivalen die einmal unter vier Klubs der republikanischen Landesteile ausgespielte Copa de Espana Libre.

Levante spielt gegenwärtig seine siebente Saison in der Primera Division, die erst zweite infolge. Denkwürdig ist sie schon nach acht Runden. Sechs Siege en suite stehen zu Buche. Begonnen hat der Rekordlauf vor fünf Wochen mit einem 1:0 über Real Madrid. Jenes Real, das über das 20-fache Budget Levantes gebietet. Die Valencianer kommen mit 22 Millionen Euro aus. Die jüngsten 50 Transfers kosteten 400.000 Euro. Dafür würde Cristiano Ronaldo keine zwei Wochen stürmen.

Dafür hat Levante, dessen Logo ebenso wie jenes des FC Valencia von der Fledermaus des Stadtwappens geziert wird, eine erfahrene Truppe. In der Vorwoche, beim 3:0 über Malaga, war sie im Schnitt 31,45 Jahre alt - Ligarekord. Coach Ignacio Martinez (47) trägt dem Rechnung, lässt die Zügel außerhalb des Platzes locker.

Der Konzentration schadet das nicht. Levante musste bisher die wenigsten Gegentore (3) hinnehmen. Schon weiß Präsident Francisco Catalan, dass es normal wäre, "wenn es nicht so weitergeht". Bis 6. November, also noch zwei Spiele (daheim San Sebastian, auswärts Osasuna), soll die Serie halten. Dann könnte Levante den FC Valencia als Spitzenreiter zum Derby im 25.000 Zuseher fassenden Estadio Ciudad de Valencia empfangen. "Moralisch ist Levante jetzt schon Meister", schrieb die Marca. (DER STANDARD, Printausgabe, Dienstag, 25. Oktober 2011, sid, lü)