Beirut/Damaskus - In der libanesischen Hauptstadt Beirut sind Freitag Früh drei mutmaßliche syrische Regimegegner entführt worden. Die Männer im Alter zwischen 24 und 26 Jahren seien im Bir-Hassan-Viertel in der Nähe des Flughafens von bewaffneten Männern verschleppt worden, berichteten libanesische Medien. Nach Informationen von Menschenrechtlern wurden damit seit Mai bereits acht syrische Dissidenten im Libanon entführt.

Syrer, die vor den Angriffen der Armee und Milizen über die Grenze in den Libanon geflüchtet sind, berichten oft, sie fühlten sich nicht sicher, weil die militante libanesische Schiiten-Bewegung Hisbollah mit dem Regime von Präsident Bashar al-Assad kooperiere.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete unterdessen, am Freitag habe die Registrierung der Kandidaten für die Kommunalwahl am 12. Dezember begonnen. Die syrische Führung hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Reformen angekündigt. Die meisten Oppositionellen nehmen diese Ankündigungen jedoch nicht ernst, weil die Regierungstruppen gleichzeitig mit militärischer Gewalt und Folter gegen die Protestbewegung vorgehen.

Nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter wurde am Freitag in der Stadt Homs ein Mann von einem Heckenschützen getötet. In der Provinz Idlib seien 13 Menschen festgenommen worden, darunter eine Frau und ihr zwölf Jahre alter Sohn.

Am Freitag wollten Regimegegner unter dem Motto "Flugverbotszone zum Schutz der Zivilisten vor Assads Shabiha-Milizen" demonstrieren. Der Slogan spielt auf Libyen an, wo die NATO mit Luftangriffen ein Flugverbot durchgesetzt hatte, um Zivilisten vor den Attacken der Truppen des Diktators Muammar al-Gaddafi zu schützen. (APA)