New York/London - Steve Martins Twitter-Einträge werden in Buchform erscheinen. Der US-Komiker und Schauspieler twitterte am Donnerstag: "Aufgrund absolut keiner Nachfrage werde ich bald ein Buch meiner Tweets veröffentlichen." Der Titel ist lang, enthält aber weniger als 140 Zeichen: "The Ten, Make that Nine, Habits of Very Organized People. Make that Ten." (etwa: "Zehn oder neun Gewohnheiten von sehr organisierten Menschen. Oder doch zehn"). Der Verlag Grand Central Publishing wird das Buch im Juni 2012 auf den Markt bringen. Der Erlös soll wohltätigen Zwecken zugutekommen. Martin hat 1,7 Millionen Leser, sogenannte Follower, beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Fiennes kritisiert Sprachverfall

Martins britischer Schauspielkollege Ralph Fiennes (48) macht Twitter hingegen für den Verfall der Sprache verantwortlich. Die Welt bestünde nur noch aus "verstümmelten Sätzen, Sprüchen und Twitter", sagte er laut "The Telegraph" beim BFI London Film Festival. Das würde gar soweit gehen, dass "ein Wort mit mehr als zwei Silben für uns ein Problem ist", meinte der Schauspieler ("Harry Potter").

Längst sei die Sprache nicht mehr so prachtvoll und farbig wie noch zu Shakespeares Zeiten. Das aber sei auch völlig klar, meint Fiennes mit Blick auf Twitter, wenn "die Leute versuchen, so viel Information wie möglich in 140 Zeichen zu pressen". Mit dem Shakespeare-Film "Coriolanus" stellte Fiennes in dieser Woche sein Regiedebüt bei dem Londoner Filmfestival vor. (APA)