Prishtina - Auf Antrag der UNO-Mission im Kosovo (UNMIK) hat Interpol auf ihrem Internetportal Haftbefehle für fünf mutmaßliche Mörder eines kosovarischen Sonderpolizisten veröffentlicht. Der Angehörige der Sonderpolizeieinheit Rosu wurde am 26. Juli bei einem Versuch der Polizei erschossen, die Kontrolle Prishtinas (Pristinas) über die Grenzübergänge im Norden des Kosovo herzustellen. Es kam zu Auseinandersetzungen mit ortsansässigen Serben, die KFOR musste einschreiten, um die Ordnung wiederherzustellen.

Bei den Personen, nach denen gefahndet wird, geht es den Namen nach um Serben. Nach den Worten eines UNMIK-Sprechers habe die UNO-Mission bei der Interpol am Donnerstag die Veröffentlichung der Haftbefehle beantragt, nachdem sie zuvor von der EU-Rechtsstaatsmission EULEX die notwendigen Unterlagen erhalten habe. Die UNMIK sei die einzige Institution im Kosovo, die solche Anträge an die Interpol weiterleiten könne, präzisierte Oliver Salgado gegenüber einem lokalen Sender.

Nordkosovarische Serben halten seit Mitte September wichtige Verkehrswege unter Blockade, um gegen die Anwesenheit kosovarischer Zöllner an der Grenze zu Serbien zu protestieren. Nachdem die KFOR den Verkehrsweg zum Grenzübergang Brnjak in den letzten Tagen geräumt hatte, wurden am Samstag von Serben neue Barrikaden errichtet. Seit Donnerstag ist auf den Verkehrswegen im Nordkosovo eine Fahrspur für KFOR-Transporte gesichert, nicht jedoch für jene der EULEX. (APA)