Bild nicht mehr verfügbar.

Alle Studien würden zeigen, dass ein Uni-System mit Gebühren und verstärkten Beihilfen sozialer sei, meint ÖVP-Wissenschaftssprecherin Cortolezis-Schlager.

Foto: apa/fohringer

Wien - Eine "Allianz der Vernunft" beim Thema Studiengebühren ortet ÖVP-Wissenschaftssprecherin Katharina Cortolezis-Schlager. Anlass für ihren Optimismus ist ein Standard-Interview mit Alexander Van der Bellen, dem grünen Uni-Beauftragten der Stadt Wien.

Dieser hatte sich für Studiengebühren ausgesprochen, wenn die Regierung ihre Ausgaben für den tertiären Sektor auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erhöht. "Genau dann und nur dann" kann sich der frühere grüne Bundessprecher Gebühren vorstellen. Mit dem Geld solle das Stipendiensystem ausgebaut werden, außerdem könnten die Studierenden mitbestimmen, was mit ihrem Geld passiert.

Alle Studien würden zeigen, dass ein Uni-System mit Gebühren und verstärkten Beihilfen sozialer sei, meint Cortolezis-Schlager. Sie ist optimistisch, dass es bis 2020 zwei Prozent des BIP für die Hochschulen geben werde, auch mit Unterstützung der Wirtschaft. Von Bundesseite könne man Geld aus einer Pensionsreform lukrieren und so einen Ausgleich zwischen den Generationen schaffen. Aus den Studiengebühren verspricht sie sich 170 bis 200 Millionen Euro pro Jahr.

"Einzelmeinung"

Weniger erfreut reagierten die Grünen auf Van der Bellens Ansage. Parteichefin Eva Glawischnig ließ ausrichten, es handle sich um eine "Einzelmeinung" . Besonders harsch fiel die Reaktion der grünen Studierenden aus: Van der Bellen solle die Partei verlassen und sich bei der ÖVP als neuer Wissenschaftsminister bewerben. "Die Anbiederung hat ja scheinbar schon begonnen." (hei, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.10.2011)