Stanford and Havard sind die besten Business-Schools der Welt, das geht aus dem siebten Zweijahresranking des amerikanischen Wirtschaftsmagazins Forbes hervor. Havard konnte dabei Stanford erstmals überholen. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Business-Schools ist die Größe. Während ein Jahrgang in Stanford nur 390 Studierende hat, sind es in Havard rund 1800 Vollzeit-MBA-Studierende. Beide Programme haben ihren Fokus auf General Management, der inhaltliche Unterschied liegt im Bereich der Entrepreneurship. Immerhin zehn Prozent der Absolventen von Stanford gründen ihr eigenes Unternehmen gleich nach Studienabschluss, in Havard sind es nur drei Prozent.

Bei den Kosten für ein zweijähriges Vollzeit-MBA-Studium an einer amerikanischen Business-School liegt aber weder Stanford noch Havard vorne. Gemessen an den Gesamtkosten für einen Vollzeit-MBA an einer amerikanischen Top-Universität führt die New Yorker Columbia University (siehe Grafik). Die Internetplattform Poets and Quants hat dafür die jeweiligen Studiengebühren inklusive der Lebenskosten verglichen. Die Columbia University führt dabei nicht nur mit den höchsten Programm- und Lebenskosten, sie hat auch den niedrigsten Anteil, wenn es um finanzielle Unterstützung ihrer Studierenden geht. Nur 55 Prozent der MBA-Studierenden erhalten finanzielle Hilfe von der Universität. Im Vergleich dazu bekommen an der Duke, Fuqua School in Business in Durham, North Carolina, immerhin 81 Prozent Unterstützung, in Stanford sind es noch immer 75 Prozent. Am großzügigsten mit Krediten, Stipendien oder Gebührenreduktion ist die MIT Sloan School of Management.

Bei den Lebenskosten handelt es sich um Schätzungen, und in vielen Fällen wird hier ein sehr einfacher Lebensstil als Annahme genommen. Doch gerade hier liegt ein wichtiger Kritikpunkt vieler MBA-Studenten. Denn es sei einfach, ein Studentenleben zu führen, wenn man auch ein Student ist - wer aber an ein fixes Einkommen gewöhnt ist, braucht für sein Leben auch mehr Geld, heißt es.

Günstiges Europa

Egal welche Lebens- und Studienkosten man bei amerikanischen MBAs einkalkulieren muss, europäische Top-Programme gibt es verglichen mit amerikanischen fast zum Halbpreis. An der London Business School fällt für das 21-monatige MBA-Programm eine Gebühr von 77.854 US-Dollar an, für den zehn Monate dauernden MBA an der Insead in Fontainebleau, Frankreich, ist eine Gebühr von 73.000 US-Dollar fällig. Doch auch hier wurden sehr niedrig Lebenskosten geschätzt.

Noch günstiger ist ein MBA in Österreich. Die WU Executive Academy verlangt für ihren 14-monatigen Executive MBA eine Gebühr von 39.000 Euro inklusive Skripten und Bücher, an der Limak Business School in Linz fallen für den 18-monatigen Global Executive MBA 34.300 Euro Gebühren an. (Gudrun Ostermann, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.10.2011)