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Bernie Ecclestone bei seinem Auftritt vor dem Münchner Landgericht.

Foto: Reuters

Abu Dhabi - Bernie Ecclestone hat seinen zahlreicher werdenden Kritikern wieder einmal trotzig die Stirn gezeigt. Seinen Posten werde er freiwillig niemals räumen, versicherte der 81-jährige Formel-1-Boss, dessen Rolle im Prozess gegen den früheren Banker Gerhard Gribkowsky vor dem Landgericht München von vielen Teams genauestens begutachtet wird.

"Ich bin hier und ich werde bleiben", sagte Ecclestone den Gulf News aus Abu Dhabi: "Ich werde arbeiten, bis ich sterbe. Der Tag an dem ich nicht mehr in mein Büro gehe, ist der Tag, an dem ich ins Grab gelegt werde. Und ich bin sicher, es ist für einige Menschen eine riesige Enttäuschung, dass dieser Tag noch lange auf sich warten lässt. Ich bin fit und putzmunter."

Vor Gericht hatte Ecclestone frühere Aussagen wiederholt, dass er sich 2005 im Zuge des Verkaufs der Formel-1-Anteile der Bayerischen Landesbank an die Holding-Gesellschaft CVC von Gribkowsky unter Druck gesetzt gefühlt habe.

"Er wollte ein bisschen Geld, um sein eigenes Geschäft zu starten. Mein Gedanke war, vielleicht kann ich ihn ruhig stellen, vielleicht kann ich ihn friedlich stimmen", sagte Ecclestone und beteuerte, den 53-Jährigen nicht bestochen zu haben. Gribkowsky steht wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung, Untreue und Bestechlichkeit vor Gericht, er soll seinen damaligen Arbeitgeber Bayerische Landesbank um 48,9 Millionen Euro geschädigt haben.

Gribkowsky seinerseits beteuert, dass er das Geld von Ecclestone für Beratertätigkeiten erhalten habe. Das Geld war an eine eigens gegründete Gesellschaft in Österreich gezahlt worden, wodurch Gribkowsky, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, 15 Millionen Euro Steuern gespart haben soll. Seine Anwälte erklärten, dass ihr Mandant zwar eine hohe Summe erhalten habe, sie sei für F1-Verhältnisse jedoch branchenüblich gewesen.

Vettel und Alonso ritten aus

Beim freien Training für den GP von Abu Dhabi dominierte am Freitag McLaren. Lewis Hamilton erzielte in 1:39,586 Minuten vor seinem Teamkollegen Jenson Button Bestzeit. Weltmeister Sebastian Vettel verlor durch einen Unfall etwas mehr als 35 Minuten vor Schluss rund eine halbe Stunde Trainingszeit und kam unmittelbar hinter seinem Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber nicht über Platz sechs hinaus.

Fernando Alonso belegte vor seinem Ferrari-Stallgefährten Felipe Massa Platz drei. Der Doppel-Weltmeister verabschiedete sich kurz nach Vettel aber in derselben Kurve in die Streckenbegrenzung. Sein Ferrari wurde dabei am Heck beschädigt.

Vor dem Wüsten-Grand-Prix auf dem Yas Marina Circuit steht der zweite WM-Platz hinter Vettel im Fokus. Im Kampf um den Trostpreis hat Button die besten Karten. Der Champion von 2009 hält bei 240 Punkten und hat13 Zähler Vorsprung auf Alonso. Ebenfalls im Rennen um die Goldene Ananas sind nochWebber (221) und mit Außenseiterchancen Hamilton (202).

"Es wäre schön, die WM vor ihm zu beenden", sagt der dreifache Saisonsieger Button über seinen britischen Landsmann. "Aber ein weiterer Erfolg würde mir viel mehr bedeuten." Für Alonso, den Doppel-Champion von 2005 und 2006, ist der Vize-Titel nicht bedeutend. "Ferrari hätte gerne, dass ich Zweiter werde. Für mich persönlich ist es nicht wichtig. Ich fahre nur um den Titel. Alles andere ist Kosmetik." Der bisher sieglose Vettel-Teamkollege Webber will zumindest "noch ein Rennen gewinnen". (red/sid/APA)

Ergebnisse vom Freien-Training in Abu Dhabi:

2. Training: 1. Lewis Hamilton (GBR) McLaren 1:39,586 Min. - 2. Jenson Button (GBR) McLaren 1:39,785 - 3. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 1:39,971 - 4. Felipe Massa (BRA) Ferrari 1:39,980 - 5. Mark Webber (AUS) Red Bull 1:40,104 - 6. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 1:40,132 - 7. Michael Schumacher (GER) Mercedes 1:40,553 - 8. Adrian Sutil (GER) Force India 1:40,951 - 9. Paul di Resta (GBR) Force India 1:41,021 - 10. Kamui Kobayashi (JPN) Sauber 1:41,490. Weiter: 12. Sebastien Buemi (SUI) Toro Rosso 1:41,680 - 14. Jaime Alguersuari (ESP) Toro Rosso 1:41,983

1. Training: 1. Jenson Button (GBR) McLaren Mercedes 1:40,263 Min. - 2. Mark Webber (AUS) Red Bull 1:40,389 - 3. Lewis Hamilton (GBR McLaren Mercedes 1:40,403 - 4. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 1:40,755 - 5. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 1:40,801 - 6. Felipe Massa (BRA) Ferrari 1:41,260 - 7. Adrian Sutil (GER) Force India 1:41,340 - 8. Nico Rosberg (GER) Mercedes 1:42,130 - 9. Paul di Resta (GBR) Force India 1:42,151 - 10. Jaime Alguersuari (ESP) Toro Rosso 1:42,377 - 11. Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso 1:42,633.

Samstag: Qualifying (14.00 Uhr MEZ/live ORF eins, RTL und Sky)