„It is easier to be the son of a doctor, than the son of a transvestite.“ In einer schönen Montage von vorhandenem und neu gedrehtem Material rekonstruiert Alt om min far eine komplexe Familiengeschichte. Im Mittelpunkt steht der Vater des Filmemachers, Esben Benestad, etablierter Arzt in der Kleinstadt Grimstadt, der ein mittlerweile öffentliches Doppelleben als Esther Pirelli führt, das er nach vielen Jahren der Heimlichkeiten und Kompromisse mit seiner zweiten Frau Elsa in allen Facetten teilen kann (die Push-ups liegen im gemeinsamen Nachtkästchen). Dennoch gibt es schwierige Verhandlungen mit der Familie um Selbst- und Fremddefinition, die sich oft nicht in Einklang bringen lassen. So steht Esben/Esthers dezidierter Anspruch – kein Mann in Frauenkleidern zu sein, sondern, als Esther, eine Frau in Frauenkleidern – im Kontrast zur emotionalen Gewissheit seines Sohnes „a papa is not a woman.“ Falsche Versöhnung braucht es nicht in dieser absolut aufgeklärten, starken Familie, die gelernt hat, Differenzen auszuhalten. (Catrin Seefranz, Identities 2003 )