Wien - Der ständige Unterausschuss des Innenausschusses im Parlament hat am Donnerstag die Arbeit in der Causa Kampusch aufgenommen, wie Vorsitzender Werner Amon im Namen aller Fraktionen in einer Aussendung bekanntgab. Die Innen- und Justizministerin werden demnach ersucht, dem Ausschuss alle relevanten Akten vorzulegen. Außerdem wurde beschlossen, den ehemaligen OGH-Präsidenten Johann Rzeszut und den früheren Verfassungsgerichtshof-Präsidenten Ludwig Adamovich - beide gehörten einer vom Innenministerium eingesetzten Evaluierungskommission zu den Ermittlungen im Fall Kampusch an - als Auskunftspersonen in den Ausschuss zu laden.

Der Grüne Abgeordnete Peter Pilz warf indes der FPÖ am Freitag in einer Pressekonferenz vor, zu versuchen, aus dem Opfer Natascha Kampusch politisch Kapital zu schlagen, nämlich auf die "schmutzigste Art und Weise", die man in der Politik überhaupt erleben könne. Man müsse einen Weg finden, dass Freiheitliche zu Akten-Teilen, die Schilderungen des Opfers aus dem höchstpersönlichen Lebensbereich beinhalten, keinen Zugriff erhalten.

Er habe als Alternative der FPÖ angeboten, dass der FPÖ-Klub sich mit einer Unterschrift von Obmann Heinz-Christian Strache verpflichte, zumindest für die Dauer der parlamentarischen Untersuchung auf die Veröffentlichung von Daten aus dem Intimbereich zu verzichten, so Pilz. (APA)