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Der Verzehr des Fugu wird oftmals mit russischem Roulette verglichen.

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Die Organe des beliebten Speisefischs sind hoch giftig.

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Tokio - Nach der schweren Erkrankung eines Gastes hat der Koch eines Zwei-Sterne-Lokals in Tokio seine Lizenz zum Zubereiten von Kugelfisch verloren.

Der Besitzer des Restaurants "Fugu Fukuji", Takeshi Yasuge, habe der 35-jährigen Kundin auf deren ausdrücklichen Wunsch die Leber des Kugelfisches serviert, obwohl er gewusst habe, dass diese giftig sei, teilte das Gesundheitsamt der japanischen Metropole am Freitag mit. Damit habe er sich strafbar gemacht. Dem Spitzenkoch drohe zudem eine Geld- oder gar Haftstrafe. Die Frau musste nach dem Verzehr wegen rasender Kopfschmerzen und tauber Lippen ins Krankenhaus gebracht werden.

Kugelfisch ("Fugu") ist eine Spezialität in Japan. Da seine Haut und Innereien hochgiftig sind, brauchen Köche eine spezielle Zubereitungslizenz. Sie sind zudem verpflichtet, keine Innereien zuzubereiten, auch wenn dies von leichtsinnigen Fugu-Liebhabern gelegentlich gefordert wird.

Yasuges Restaurant ist im jüngsten Michelin-Führer mit zwei Sternen aufgeführt. Nach Angaben einer Sprecherin wird das Restaurant seine Sterne trotz des Zwischenfalls voraussichtlich behalten dürfen, da sie auf der Basis der von den Kritikern verzehrten Gerichte beruhten.

Der "Michelin Tokio 2012" war Anfang der Woche herausgekommen. Er listet 247 Restaurants mit mindestens einem Stern im Großraum Tokio auf, weitaus mehr als in der französischen Hauptstadt Paris. (APA)