Wien - Beim Arztbesuch droht Versicherten der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) mitunter eine böse Überraschung: "Laut E-Card sind sie leider nicht gemeldet", kann es auch bei aufrechtem Versicherungsverhältnis heißen. Für den Arzt ist klar: Der Patient ist bei keiner Krankenkasse versichert - soweit die Information aus dem System.

Grund dafür ist ein Programmabsturz bei der WGKK am 9. August, bei dem bei einer bisher unbekannten Zahl von Patienten An- und Abmeldungen durch Unternehmen nicht gespeichert wurden. Etwa 2500 Datensätze sind an diesem Tag eingegangen, "wie viele nicht gespeichert werden konnten, wissen wir nicht", so Volker Schörghofer vom Hauptverband. Auf Nachfrage des Standard heißt es, es seien Stichproben gezogen worden, die WGKK geht bis jetzt von Einzelfällen aus.

Weiterhin versichert

"Wir wissen es allerdings nicht. Erst wenn sich ein Patient oder der Dienstgeber bei uns meldet, bemerken wir den Fehler", so ein Sachbearbeiter. Im Falle einer Meldung würde rückwirkend die Meldung aktiv. "Die betroffenen Personen, die an diesem Tag bei der WGKK angemeldet worden sind, waren die ganze Zeit über versichert. Allerdings war dieser Anspruch beim Stecken der E-Card nicht ersichtlich", so Schörghofer. Eine Meldung an Unternehmen oder Patienten wurde nicht gemacht.

Wer also beim Arzt erfährt, nicht versichert zu sein, sollte sich beim zuständigen Versicherungsträger oder bei der E-Card-Serviceline melden, lautet die Empfehlung der WGKK. Die Serviceline kann allerdings nur innerhalb der allgemeinen Öffnungszeiten (wochentags von 7.30 Uhr bis 14 Uhr bzw. 16 Uhr am Donnerstag) aktiv werden. Da jedoch viele Patienten erst in den Nachmittagsstunden zum Arzt gehen, kann sich Schörghofer vorstellen, die Servicezeiten generell auszuweiten.

Andere Gebietskrankenkassen sollen von dem Programmabsturz nicht betroffen sein. (juh, DER STANDARD, Printausgabe 3./4.12.2011)