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Die profilierte Gehirnforscherin Neuper führt nun die Universität Graz.

Foto: APA/Mediendienst/Furgler

Graz - Nach 246 Rektoren steht mit Beginn des aktuellen Studienjahres mit Christa Neuper die erste Frau an der Spitze der Universität Graz. Am Samstag hat in der Aula der Uni die feierliche Amtseinführung der profilierten Gehirnforscherin stattgefunden. Sie trat damit offiziell die Nachfolge von Alfred Gutschelhofer an, der seit 2003 der 1585 gegründeten größten steirischen Universität vorgestanden war.

Neuper ist die erste weibliche Universitäts-Rektorin in der über 400-jährigen Geschichte der Karl-Franzens-Universität Graz und die erste steirische Universitätschefin überhaupt. Insbesondere will sie die Position der Uni Graz als Forschungsinstitution forcieren. In ihrer Inaugurationsrede hielt Neuper ein Plädoyer für eine kontinuierliche Weiterentwicklung, die es aktiv und offensiv zu gestalten gelte: "Um die Qualität unserer öffentlichen Universitäten halten zu können, wird man auch nicht länger auf eine Kapazitätsorientierung sowohl bei der Mittelausstattung - im Sinne einer Studienplatzfinanzierung - als auch im Hinblick auf den Hochschulzugang verzichten können." Die neue Rektorin bekannte sich zum breiten Fächerspektrum und zum Bologna-Prozess, wenngleich weitere Schritte, etwa bei der Akzeptanz der Bachelor-Abschlüsse, in Richtung klarer Berufsprofile notwendig seien.

Kritik an Hochschulpolitik der Regierung

Der Vorsitzende des Universitätsrates, Werner Tessmar-Pfohl, der die Rektorin und ihr Team präsentierte, nutzte seine Rede für Kritik an der hochschulpolitischen Lage in Österreich: "Die Regierung verfügt weder über ein Bildungs- noch ein Universitätskonzept." Dringende Fragen seien aufgrund ideologischer Verbarrikadierung verdrängt und nicht beantwortet worden.

Christa Neuper (geb. 1958 in Graz) absolvierte das Studium der Psychologie an der Universität Graz, promovierte 1984 und habilitierte sich 2002. Die Mutter zweier mittlerweile erwachsener Kinder wurde 2005 an der Uni Graz zur Professorin für Angewandte Neuropsychologie und Mensch-Maschine-Schnittstellen ernannt und hat den Aufbau eines interuniversitären und interdisziplinären Hirnforschungszentrums (Initiative Gehirnforschung Steiermark INGE-St) in der Steiermark initiiert.

Neuper war in verschiedenen leitenden Positionen an beiden Grazer Universitäten tätig, unter anderem als Vorständin des Instituts für Semantische Datenanalyse der Technischen Universität Graz und seit 2009 als Leiterin des Instituts für Psychologie der Karl-Franzens-Universität. (APA)