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Kinderarbeit auf einer usbekischen Baumwollplantage: die Lobbyisten sicherten den angeblichen Vertretern der Regierung des asiatischen Landes zu, unliebsame Nachrichten unterdrücken zu können.

Foto: Reuters/Shamil Zhumatov

Britische Investigativreporter haben heimliche Mitschnitte von Angestellten einer PR-Agentur veröffentlicht, in denen diese mit ihrem Einfluss auf die britische Regierung prahlen. Die Zeitung "The Independent" veröffentlichte Aufzeichnungen, in denen Tim Collins von der Kommunikationsfirma Bell Pottinger erklärt, er habe während ihrer gemeinsamen Zeit in der Forschungsabteilung der konservativen Tory-Partei enge Verbindungen mit Premierminister David Cameron und Finanzminister George Osborne aufgebaut.

"Es ist kein Problem, die Botschaft an den Mann zu bringen", sagte Collins. Demnach sprach Cameron beim chinesischen Regierungschef Wen Jiabao einen Urheberrechtsstreit der Ingenieursfirma Dyson an, "weil wir ihn darum gebeten haben". Der Unternehmensvertreter brüstete sich damit, Cameron binnen 24 Stunden zum Einsatz bringen zu können.

Die Reporter gaben sich als Vertreter der usbekischen Regierung aus. Auf die Frage, ob die Firma etwas gegen negative Online-Kommentare unternehmen könne, wird ihnen zugesichert, dass man sowohl Suchmaschinen als auch die Online-Enzyklopedie Wikipedia manipulieren könne. Die oppositionelle Labour-Partei sprach von "sehr ernsten Vorwürfen", die ein Schlaglicht auf die Probleme des Lobby-Systems werfen.

Ein Sprecher von Cameron dagegen bestritt die Richtigkeit der Äußerungen Collins', die er als "empörend" und "einen Haufen Müll" bezeichnete. "Weder Bell Pottinger noch irgendeine andere Lobby-Firma hat Einfluss auf die Politik der Regierung", sagte der Sprecher. (APA)

Die Bell/Pottinger-Präsentation für die "usbekische Regierung":