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Burhan Ghalioun appelliert an Iran und Hisbollah, sich von Assad abzukehren.

Foto: AP/Christine Olsson

Im Gespräch mit CNN warf der Vorsitzende der führenden syrischen Oppostitionsgruppe dem Iran vor, das Regime Bashar al-Assads logistisch und finanziell zu unterstützen. "Das ist bewiesen. In der einen oder anderen Art nimmt der Iran an der Unterdrückung des syrischen Volkes teil", so Ghalioun. Er hoffe aber, dass der Iran zukünftige Beziehungen mit Syrien nicht weiter dadurch gefährde, ein Regime zu unterstützen, dass vom eigenen Volk abgelehnt wird. "Teheran muss verstehen, dass dies die letzte Chance ist, ein unerwünschtes Schicksal der iranisch-syrischen Beziehungen zu verhindern."

Fehlende Unterstützung durch die Hisbollah

Das syrische Volk sei immer hinter der libanesischen Hisbollah gestanden. Umso mehr sei man heute laut dem Vorsitzenden des Nationalrates überrascht, dass die Hisbollah das syrische Volk in ihrem Kampf für die Freiheit nicht unterstütze.

"Assad muss zurücktreten"

Niemand könne wissen, wieviele Menschen dem Regime in den letzten Monaten bereits zum Opfer gefallen seien. "Es gibt jene, von denen wir wissen, dass sie getötet wurden und jene, deren Verbleib ungewiss ist, nachdem sie von Assads Truppen entführt wurden", so Ghalioun. Es gäbe 10.000 Gefangene, aber es sei gut möglich, dass die Zahl in Wirklichkeit bei bis zu 60.000 liege, wovon viele gefoltert würden.

Für Assad sei es laut Ghalioun die letzte Chance Platz zu machen, um das syrische Volk seine eigene Führung wählen zu lassen: "Er kann seine Machtposition nicht für immer aufrechterhalten, in dem er Menschen tötet und sein eigenes Volk unterdrückt."

"Militärische Intervention von außen delikat"

Das Thema einer militärischen Intervention von außen sei gefährlich und kritisch, sollte aber ernst genommen werden, antwortete Ghalioun auf die Frage nach einem Aufruf dazu seinerseits. "Leider treibt das Regime aber das syrische Volk dazu, Hilfe vom Ausland anzustreben. Viele Stimmen fordern eine ausländische militärische Intervention - oft ohne sich über die Konsequenzen im Klaren zu sein", so der Oppositionsführer. Trotzdem sei ein humanitäres Eingreifen der internationalen Gemeinschaft vielleicht bald notwendig, um die Syrer vor weiteren harten Durchgriffen des Regimes zu schützen. (red, derStandard.at, 6. 12. 2011)