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Manchmal muss man das Geld nur aufheben. Die Venkoy von Exanwalt F. machte von jeher Geschäfte mit Provisionen.

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Sie spielte mit, als vor 25 Jahren ein später verurteilter Veitscher-Mitarbeiter Kickbacks kassierte.

Wien – Im mutmaßlichen Schmiergeldskandal in der Banknotendruckerei (OeBS; Tochter der Nationalbank) spielt, wie berichtet, die panamesische Briefkastenfirma Venkoy eine Schlüsselrolle. Über sie flossen laut beschuldigten OeBS-Ex-Managern die "Provisionen" an "hochgestellte" Persönlichkeiten im Ausland. Zwei (der Korruption verdächtige) Anwälte haben Venkoy ins Spiel gebracht: Klaus A., der sie den Gelddruckern vermittelt hat, und der mit ihm befreundete, pensionierte Friedrich F., dem sie laut eigener Aussage gehört. Beide waren in die Transaktionen involviert, zum Teil über eigene Konten.

Die Gelddrehscheibe Venkoy und Anwalt F. sind der Justiz seit langem bekannt. Die Gesellschaft hat ihre Kontodienste nämlich auch jenem Exmanager der steirischen Veitscher Magnesitwerke AG (VMAG) zur Verfügung gestellt, der 1995 wegen Untreue und einem Schaden von 22 Mio. Schilling zu sechs Jahren unbedingter Haft verurteilt wurde. Es ging um Kickback-Zahlungen.

Die Geschichte selbst spielte Mitte der 1980er-Jahre. Veitscher (1989 vom Industriellen Karl Kahane übernommen und später im Reich der RHI aufgegangen) hatte damals jede Menge Geld zur Verfügung, das der als glänzender Finanzer bekannte Manager auch bei diversen kleinen Geschäftsbanken anlegen ließ.

Für diese Geschäfte wurden (zum Schein) vorgeschobene Vermittler eingesetzt, denen man Provisionen zahlen musste; die Rückflüsse daraus landeten beim Veitscher-Manager, wie Gericht und OGH später feststellten.

Scheinvermittler

Einer der Scheinvermittler bediente sich damals einer Gesellschaft namens Venkoy, über die zumindest rund neun Millionen Schilling flossen. Der Wiener Anwalt Friedrich F. hatte laut seiner Zeugenaussage den "Vermittler" (auch ein Veitscher-Mitarbeiter) beim Skifahren am Arlberg kennengelernt und ihm die Dienste der Venkoy anempfohlen; weil Banken nicht gern Provisionen an Einzelpersonen zahlten, wie er wisse. Auf die Frage des damaligen Richters, was Venkoy mache, schilderte Zeuge F., man tätige "finanzielle Abwicklungen", etwa Provisionen für Ostblock-Funktionäre. Man wickle Geschäfte ab und gab (auch Bargeld)Beträge weiter. Venkoy gehöre Treuhändern in der Schweiz, er selbst sei deren Rechtsberater und halte Anteile, so F. damals.

Der Faden in die Jetztzeit und zu den Gelddruckern: Jener Schweizer, den F. damals als Treuhänder nannte, hatte eine Sekretärin namens Erika R. Sie übernahm dann, so F. jetzt vor dem Staatsanwalt, in der Venkoy die Direktorenfunktion. Den Gelddruckern galt sie fortan als "Vertreterin" für Aserbaidschan und Syrien. Wie Exanwalt F. ist R. beschuldigt; es gilt die Unschuldsvermutung. F. fand damals übrigens ein blumiges Bild für die Drehscheibe Venkoy: Sie sei der "Parapluie" (Regenschirm) für den Kickback-Bezieher gewesen.

Anwalt des Ex-Veitscher-Mannes, der drei Jahre absaß, war damals übrigens Manfred Ainedter. Er vertritt in der Causa Gelddrucker den einstigen kaufmännischen Chef, Michael Wolf. (Renate Graber, DER STANDARD, Printausgabe, 7.12.2011)