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Laut UNICEF sollen seit dem neuerlichen Ausbruch der Kämpfe in der Provinz Ituri 20.000 Frauen und ebensoviele Kinder aus dem Kongo vertrieben worden sein.
Foto: Reuters/Njuguna

Wien/Genf/Kinshasa - Angesichts der jüngsten Berichte von tausenden Mädchen und Frauen, die in der Provinz Ituri im Osten der Demokratischen Republik Kongo brutal vergewaltigt, verstümmelt und ermordet wurden, forderte UNICEF am Freitag von allen Beteiligten ein sofortiges Ende solcher Greueltaten.

Zerstörung

"Diese Attacken gegen unschuldige Zivilistinnen werden ungestraft begangen," sagte UNICEF-Direktorin Carol Bellamy. "Aber die Täter jener furchtbaren Verbrechen sollen nicht vergessen, daß sie nach internationalem Gesetz dafür verantwortlich sind. Wenn die Zeit kommt, muss die Welt sie dafür zur Rechenschaft ziehen." Kinder und Frauen würden wahllos angegriffen, verstümmelt und getötet. Ein großer Teil der Infrastruktur in der Region sei im vergangenen Monat zerstört worden. Die Bevölkerung sei ohne Zugang zu Nahrung, Wasser, Unterkunft und sozialen Basisdiensten.

Forderungen

Bellamy begrüßte die Entscheidung des UNO-Sicherheitsrates, eine internationale Friedenstruppe in die Region zu schicken, fordert aber von allen am Konflikt beteiligten, alle Attacken auf ZivilistInnen sofort einzustellen, die Rekrutierung von Kindern sofort zu beenden und alle bereits rekrutierten Kindersoldaten zu demobilisieren. Auch die Zerstörungen von Infrastruktur und sozialen Diensten müssten sofort eingestellt werden, die Sicherheit für die Zivilbevölkerung garantiert werden. Verletzungen von Menschenrechten und Kinderrechten müssten ebenfalls sofort beendet werden, Hilfsorganisationen sicheren und ungehinderten Zugang zur Zivilbevölkerung erhalten.

Durch den neuerlichen Ausbruch der Kämpfe in der Provinz Ituri wurden laut UNICEF etwa 20.000 Kinder und 20.000 Frauen vertrieben. Johannes Wedenig, UNICEF-Mitarbeiter aus Österreich, koordiniert die UNICEF-Nothilfe für die Kinder in der Provinz Ituri: "Die Zeugnisse von Frauen und Kindern, die Massakern entflohen sind, sind bedrückend und wir wissen nur einen Bruchteil dessen, was hinter den Frontlinien passiert," erzählt er. (APA)