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HP stellt webOS unter Open-Source-Lizenz.

Foto: dapd

Hewlett-Packard öffnet sein Betriebssystem webOS für Entwickler und Unternehmen. Der Technologiekonzern HP kündigte am Freitag an, webOS mit einer Open-Source-Lizenz auszustatten. HP hatte die Software für mobile Geräte 2010 bei der 1,2 Milliarden Dollar (897 Mio. Euro) teuren Palm-Übernahme erworben. Der Ausflug in die Welt der Smartphones und Tablets zahlte sich für HP nie aus. Seit einiger Zeit sucht der Konzern nach einer Lösung für die Software, die bei HP nach dem Einstellung des Tablets TouchPad kaum noch Anwendung findet.

Konkurrenz für Google

Experten begrüßten die Öffnung des Systems und halten es sogar für möglich, dass dadurch eine Konkurrenz für Android von Google entsteht. Nach der Aufsehen erregenden Übernahme von Motorola Mobility könnten direkte Wettbewerber von Google künftig auf webOS zurückgreifen, sagte Gartner-Analyst Van Baker. Bisher nutzen sie eher Android oder Apples iOS, da diese auf deutlich mehr Geräten laufen.

Open-Source-Community

HP setze auf die Kreativität der Open-Source-Gemeinschaft, erklärte Konzernchefin Meg Whitman am Freitag. Mit eigenen Mitteln hatte es der kalifornische Computergigant nicht geschafft, webOS als Alternative für iOS oder Android zu etablieren. Whitman erklärte, der HP webOS Developer Blog stehe interessierten Entwicklern offen.

Interesse gering

Whitmans aus Deutschland stammender Vorgänger Leo Apotheker hatte den mit webOS angetriebenen Tabletcomputer TouchPad nach nur sechs Wochen vom Markt genommen und auch verwandte Smartphones eingestampft. Das war im August. Seitdem hing das Schicksal von webOS in der Schwebe. Apotheker musste zwischenzeitlich selbst gehen und Whitman übernahm das Ruder. HP habe versucht, webOS zu verkaufen, aber das Interesse sei gering gewesen, schrieb das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Personen.

"Schrödingers Plattform"

Welche Folgen HPs Ankündigung hat, bleibt indes unklar. Auf Twitter verbreitete Ross Miller von The Verge kürzlich: "Schrödingers Plattform: WebOs ist offensichtlich sowohl tot als auch lebendig und eine Katze". Trotz der umtriebigen Open-Source-Community hängt es davon ab, ob neue webOS-Produkte auf den Markt kommen, damit eine Genesung stattfindet. (APA/red)