Blutplättchen, so genannte Thrombozyten sind von großer Bedeutung in der Medizin: eine verminderte Zahl an Blutplättchen kann zu Blutungen führen, sie sind aber auch an der Entstehung von Herzinfarkt und Schlaganfall beteiligt. In der Zeitschrift Nature sind nun die Ergebnisse der bislang weltweit größten Studie zu Thrombozyten veröffentlicht worden.

124 Forscher aus 13 Ländern Europas und Asiens haben über drei Jahre zusammen gearbeitet und durch die Untersuchung der Gene von 68.000 Probanden und Patienten entscheidende Informationen über das Zusammenspiel der Eiweißbausteine in Thrombozyten erhalten. Eines der neu identifizierten Gene sei beispielsweise für die Aufnahme von Eisen verantwortlich. Eisenmangel stelle ein weltweit sehr verbreitetes Gesundheitsproblem dar, schreiben die Forscher in einer Aussendung.

"Wir wollten herausfinden, welche Gene die Größe und die Anzahl der Thrombozyten im Blut bestimmen und wollten verstehen, wie diese Gene zusammenspielen, damit der Körper täglich die Milliarden von Blutplättchen bildet. Das erlaubt uns, neue Ziele für Medikamente gegen Herzinfarkt und Schlaganfall zu definieren", erläuterte der Wissenschafter Andreas Greinacher. "Wir konnten die bei Menschen identifizierten Gene, die für die Thrombozytenbildung verantwortlich sind, auch im Zebrafisch und in der Fruchtfliege finden. Das zeigt, dass diese Gene bereits früh in der Evolution aufgetreten sind und sich seitdem in allen neuen Lebewesen gehalten haben. Damit haben diese Gene eine bedeutende biologische Funktion."  Die Studie habe die Wissenschaft einen großen Schritt vorangebracht, so das Resümee der Forscher. (red, derStandard.at)