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Paul Scharner flying high.

Foto: APA/AP/Heppell

Birmingham  -Im englischen Fußball herrscht just um die Feiertage Hochbetrieb. Für die Familie bleibt nicht viel Zeit. Am 24. Dezember fährt Paul Scharner nach dem Vormittagstraining von Birmingham zu seiner Frau und den drei Söhnen nach Warrington bei Manchester, um den Heiligen Abend zu feiern, doch schon am nächsten Tag geht es in der Früh zurück zur Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Tabellenführer Manchester City, dem Partien gegen Everton (1. Jänner), Tottenham (3. Jänner) und Cardiff City (7. Jänner, FA-Cup) folgen. "Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Mittlerweile hat sich das alles eingelebt", sagte der 31-Jährige, der seit Jänner 2006 in der Premier League kickt.

Vor dem Duell mit den im Moment in der Liga dominanten "Citizens" hat Scharner keine Angst. "Wir haben eine gute Mannschaft und müssen an unsere Chance glauben, sonst ist es besser, wir treten gleich gar nicht an und verlieren am grünen Tisch mit 0:3." City führt derzeit zwei Punkte vor Manchester United, dennoch glaubt Scharner, dass am Ende die "Red Devils" das Rennen machen werden. "Weil sie über mehr Erfahrung im Titelkampf verfügen", sagt er ernst. "Und weil sie nur noch einmal gegen uns spielen müssen, City aber zweimal", fügt er halbernst hinzu.

Ein Punktgewinn gegen den haushohen Favoriten würde West Bromwich dem großen Ziel Klassenerhalt einen weiteren Schritt näher bringen. Nach den jüngsten beiden Auswärtssiegen gegen Blackburn und Newcastle dürfte der im Moment zehntplatzierte Verein aus Mittelengland das Abstiegsgespenst aber ohnehin fast schon vertrieben haben. "Wir müssen damit aufhören, nur an den Abstiegskampf zu denken, dafür sind wir zu gut", betont Scharner, der nach rund vierwöchiger Pause wegen einer Knieverletzung wieder topfit ist.

Nach seiner Genesung stand Scharner am Samstag beim 2:1 in Blackburn wieder in der Stammformation. Beim 3:2 am Mittwoch in Newcastle lief der ÖFB-Internationale wieder von Beginn an ein und erzielte in der 85. Minute den Siegestreffer, was ihm Sonderlob von Trainer Roy Hodgson einbrachte. "Er bringt Energie in die Mannschaft und ist ein enthusiastischer Spieler mit viel Selbstvertrauen. Er glaubt daran, dass er auf der einen Seite das Tor erzielt und auf der anderen Seite den Ball aus dem Tor köpfelt."

Das Gespräch mit Hodgson

Nachdem Scharner nach seiner Verletzung vorerst nur auf der Bank gesessen war, suchte er vor dem Blackburn-Match das Gespräch mit Hodgson, der später erklärte: "Paul hat gesagt, alle Siege in dieser Saison seien mit ihm in der Anfangsformation gelungen. Da fehlten mir dann die Argumente." Scharner selbst beschrieb die Unterredung wie folgt. "Sie hat Früchte getragen." (APA/fri - DER STANDARD, Printausgabe 24. 12. 2011)