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Foto:Marvel Entrtainment/AP/dapd

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Würden Firmenanwälte auch dem südafrikanischen Sprinter Oscar Pistorius das Menschsein absprechen, weil sein Körper - ähnlich Wolverine - mit künstlichen Teilen "augmentiert" wurde? Auch diese Frage kommt im Podcast zur Sprache.

Foto: REUTERS/Max Rossi

Eine Frage der Taxonomie ist entschieden worden: Mutanten sind keine Menschen - und die Ironie, die sich hinter diesem Gerichtsurteil verbirgt, ist beachtlich. Erstritten - in einem zehnjährigen Prozess - haben dies nämlich zwei Anwältinnen, die für den US-amerikanischen Comicverlag Marvel arbeiten.

Marvel ist die Heimat der "X-Men", die durch die Verfilmungen weit über die Kreise von Comiclesern hinaus bekannt geworden sind. Viele werden sich daher daran erinnern, dass das zentrale Thema der Comic-Saga der Kampf der Mutanten um Anerkennung ist. Das ist zumindest die Botschaft, die der Verlag auf den Seiten seiner während der Bürgerrechtsbewegung entstandenen Serie verbreitet wissen will.

Menschlein, Menschlein bist gewesen

Hier heraußen in der realen Welt kommen jedoch ganz andere Gesichtspunkte ins Spiel. Marvel lässt nämlich die auf seinen Comics beruhenden Actionfiguren im Ausland herstellen. Und wie die beiden Anwältinnen herausfanden, laufen figürliche Darstellungen von Menschen unter der Bezeichnung "Puppen" ... und unterliegen einem höheren Zolltarif als Figuren anderer Lebewesen, die nur "Spielzeug" sind. Und schon ließ der Verlag ebenso eifrig gegen das Menschenrecht kämpfen - mit Erfolg.

Soweit die Kurzversion. Eine ausführlichere und sehr vergnügliche Version kann man sich beim Podcast-Portal "Radiolab" anhören. Darin kommen nicht nur die beiden findigen Anwältinnen zu Wort (und hinterlassen trotz ihrer Fröhlichkeit einen leicht beklemmenden Eindruck). Es wird mit Themen wie dem Civil Rights Movement und Schwulenrechten auch der soziokulturelle Hintergrund der "X-Men" angesprochen. Und es wird die Frage gestellt, ob sich die Karbon-Prothesen des beinamputierten südafrikanischen Sprinters Oscar Pistorius weit genug von Wolverines Adamantium-Klingen unterscheiden, dass die Anwältinnen Pistorius als Mensch anerkennen würden ...

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(red)