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Scholes machte bei seinem überraschenden Comeback nicht immer einen sicheren Eindruck, durfte aber über den Aufstieg jubeln

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Agüeros Anschlusstreffer genügte den glücklosen Citizens nicht mehr

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Im vom Hauptsponsor umgetauften City of Manchester-Stadium errang Manchester United einen 3:2 (3:0)-Auswärtssieg gegen den Stadtrivalen Manchester City. Mehr als 47.000 Zuseher sahen in der dritten Runde das FA Cups einen Pokal-Fight, der wenig zu wünschen übrig ließ.

Eine Sensation hatte Trainer Alex Ferguson schon mit der Aufstellung parat. Nachdem sich in den letzten Spielen bei den Red Devils kreative Probleme im Mittelfeld bemerkbar gemacht hatten, holte der 70-jährige Schotte den 37-jährigen Paul Scholes aus der Pension zurück, die dieser im Mai 2011 angetreten hatte. Scholes wird bis zum Ende der Saison in den Kader der Red Devils zurückkehren. Bereits Sonntag saß er auf der Ersatzbank.

"Fantastisch", nannte Ferguson die Entscheidung seines zurückkehrenden Schützlings. "Es ist immer schade, wenn großartige Spieler ihre Karriere beenden, besonders wenn sie es so früh tun." Scholes habe sich in der Reservemannschaft gut fit gehalten und Ferguson habe immer gedacht, dass er "noch eine Saison in sich hat". ManUnited-Fans konnten zusätzlich beim Anblick des auf der Tribüne zusehenden David Beckhams an die 90er-Jahre erinnert werden.

United nutzt Schiedsrichter-Fehler

City begann mit viel Druck und Kontrolle über den Ballbesitz. Doch nach nur 10 Minuten stellte Wayne Rooney den Spielverlauf auf den Kopf, als er United per Kopf in Führung brachte. Die Flanke von Antonio Valencia schloss der Engländer über die Querlatte ab und ließ Costel Pantilimon keine Chance. Der Rumäne stand anstelle von Stammtorhüter Joe Hart im Tor.

Es kam umgehend noch dicker für die Gastgeber. Kapitän und Abwehrchef Vincent Kompany sah nur zwei Minuten später eine überharte Rote Karte von Chris Foy wegen eines Fouls an Nani. Eine folgenschwere Entscheidung des Schiedsrichters.

Die Citizens kämpften fortan bei strömendem Regen in Nordwesten Englands um den Ausgleich, der immerhin zu einem Rückspiel im Old Trafford-Stadion einige Kilometer entfernt berechtigt hätte. Doch schon nach einer halben Stunde schienen diese Träume vollends geplatzt. Danny Welbeck hatte bei einer verhauten Ballannahme im Strafraum zu viel Platz und Glück. Der Ball prallte von Samir Nasris Kopf noch einmal optimal ab. Der junge Engländer nutzte die Gunst des Augenblicks und traf mit einem herrlichen Drehvolley aus weniger als zehn Metern unhaltbar für Pantilimon ins lange Eck.

Das vermeintliche Ende vor der Pause

Endgültig entschieden schien die Partie dann nach 40 Minuten. Welbeck wurde von Aleksandar Kolarov im Strafraum gelegt. Foy pfiff, Pantilimon parierte den Schuss von Rooney beim darauf folgenden Elfmeter zwar noch, doch der überragend spielende England-Teamstürmer köpfelte den Abpraller zum 3:0 ein. Eine weitere Top-Chance verpasste noch vor der Pause Welbeck.

Roberto Mancini änderte das System, nahm mit Adam Jonson und David Silva zwei Offensivspieler vom Platz und ersetzte sie durch die Verteidiger Pablo Zabaleta und Stefan Savic. Unmittelbar nach der Pause zeigte die Umstellung Wirkung. Patrice Evra legte Micah Richards beim Vorstoß. Den Freistoß verwertete Kolarov direkt und kaum haltbar für Anders Lindegaard (48.).

Auftritt Scholes

United ließ sich davon vorerst nicht aus der Ruhe bringen, und spielte nach dem kleinen Weckruf konzentriert weiter. Alex Ferguson nutzte die Situation um Scholes (Rückennummer 22) Einsatzzeit zu verschaffen. Nach 59 Minuten brandete bei seiner Einwechslung für Nani Jubel unter den 5.500 Fans im Gästesektor auf. Drei Minuten später Ärger über einen ausbleibenden Elferpfiff, nachdem Valencia von Kolarov klar gelegt worden war.

Quasi im Gegenzug dürfte Ferguson seine spektakuläre Entscheidung nicht mehr ganz gefreut haben. Nach einem Einwurf auf der linken Abwehrseite für United legte Scholes mit einer seiner ersten Berührungen den Ball schlecht auf Evra zurück, ein City-Spieler sprang dazwischen und fand in der Mitte Sergio Agüero. Dessen Schuss wehte Lindegaard eher unbeholfen zur Mitte ab, der Argentinier wusste das zum Anschlusstreffer zu nutzen - 2:3 nach 64 Minuten.

Es schüttete wie aus Kübeln und alles war für eine denkwürdige Cupfight-Schlussphase angerichtet. United hatte den meisten Ballbesitz spielte enorm viel über Scholes, schien ihn einen Stresstest bieten zu wollen, City lauerte auf Fehler um Konter fahren zu können.

Foy schenkt United ein Leben

Mancini brachte Owen Hargreaves. Der demnächst 30-jährige war im Sommer von United gekommen und ersetzte 10 Minuten vor dem Ende Nasri. Sekunden später gab es abermals Riesenaufregung um Schiedsrichter Foy. Phil Jones bekam im Fünfer ganz klar den Ball an die Hand, doch der Referee entschied abermals gegen City – und abermals tendenziell falsch.

Die Roten wackelten und City kam zu Chancen. In der 86. Minute irrte erst Lindegaard durch den Strafraum, Sekunden später verpasste Richards einen Fallrückzieher. Nach einem Zusammenstoß zwischen Evra und Savic musste City dann allerdings mit einem weiteren Spieler weniger auskommen, da Savic stark blutend behandelt werden musste, eher er mit eilig zusammengeschusterten Turban weiterspielte.

In der 93. Minute bekam City noch einen Freistoß. Rio Ferdinand foulte Richards Zentimeter vor der Strafraumgrenze und sah die Gelbe Karte. Kolarovs Schuss wurde von Lindegaard mit aller Kraft der Verunsicherung ausgelassen, doch die Hintermannschaft konnte klären. Bei einem folgenden Eckball kam auch Keeper Pantilimon mit nach vorne, kam auch an den Kopfball, doch verfehlte damit das Tor. United durfte doch noch über einen nahezu leichtsinnig vergebenen Aufstieg jubeln.

Keine Erdbeben

In den restlichen Partien des Sonntags gab es nur eine kleine Überraschungen. League One-Aufstiegskandidat Sheffield Wednesday besiegte Zweitliga-Titelkandidat West Ham mit 1:0 - der entscheidende Treffer gelang den Gastgebern in der 88. Minute. West Ham vergab nach der Pause einen Strafstoß. Chelsea gab sich unterdessen gegen Portsmouth keine Blöße. Die dritte Runde wird am Montag mit dem Spiel Arsenal gegen Leeds United beendet. 

Auslosung der vierten Runde

Der Schlager der vierten Runde des FA-Cups findet in Liverpool statt. Manchester United muss bei den Reds an der Anfield Road antreten. In weiteren Premier-League-Duellen trifft Everton auf Fulham und der Österreicher Paul Scharner mit West Bromwich Albion auf Norwich City.

Sollte Arsenal am Montag beim Comeback von Thierry Henry gegen den Zweitligisten Leeds United bestehen, wartet in der nächsten Runde Aston Villa mit Österreichs U21-Teamspieler Andreas Weimann. Spieltermine sind der 28. und 29. Jänner.  (tsc/apa)

FA Cup, 3. Runde - Ergebnisse vom Sonntag:

Manchester City - Manchester United 2:3
Sheffield Wednesday (3.) - West Ham United (2.) 1:0
Chelsea - Portsmouth (2.) 4:0
Peterborough United (2.) - Sunderland 0:2