Frankfurt - Ungeachtet der Einigkeit zwischen Berlin und Paris hat der DAX am Montag seine Konsolidierung fortgesetzt. Das unerwartet hoch ausgefallene Haushaltsdefizit Ungarns belastete am Nachmittag die Stimmung und drückte den Leitindex zeitweise wieder unter die Marke von 6.000 Punkten. Letztlich verlor das in der Vorwoche stark in das neue Jahr gestartete Kursbarometer 0,67 Prozent auf 6.017,23 Punkte.

Der M-DAX ermäßigte sich 52,17 Punkte oder 0,57 Prozent auf 9.163,51 Zähler. Der HDAX schloss mit 3.072,73 Einheiten und einem Minus von 19,74 Zählern oder 0,64 Prozent. Der C-DAX verlor 3,44 Punkte oder 0,64 Prozent auf 531,59 Zähler. Lediglich der TecDAX stieg um minimale 0,19 Punkte oder 0,03 Prozent auf 713,24 Punkte.

Die Verhandlungen über den Euro-Fiskalpakt kommen Bundeskanzlerin Angela Merkel zufolge gut voran und sollten spätestens im März unter Dach und Fach sein. Zudem wollen Deutschland und Frankreich der EU-Kommission demnächst Vorschläge für mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa vorlegen. Den Aussagen war laut Marktanalyst Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank aber nichts Neues zu entnehmen: "Anleger warten die weitere Entwicklung in der Eurozone ab. Das Börsenumfeld bleibt politisch geprägt." Im Wochenverlauf dürften vor allem Anleiheauktionen in Spanien und Italien kritisch beäugt werden. Im Fokus steht zudem die anlaufende Berichtssaison in den USA, die am Abend traditionell vom US-Aluminiumkonzern Alcoa eröffnet wird.

Autowerte im Fokus

Unter den Einzelwerten rückten angesichts der in den USA beginnenden Automesse Detroit Auto Show vor allem die Autowerte in den Fokus. BMW-Aktien waren mit plus 2,32 Prozent auf 56,84 Euro der Favorit im Leitindex Dax: Der bayerische Autobauer hatte im vergangenen Jahr einen neuen Verkaufsrekord erzielt. Außerdem haben die Experten der schweizerischen Großbank Credit Suisse die Titel auf ihre "European Focus List" aufgenommen.

Ferner legten Daimler um 0,71 Prozent zu: Der im Premium-Segment konkurrierende Autobauer treibt seinen Vormarsch auf dem US-Markt durch eine tiefergehende Allianz beim Motorenbau mit der französisch-japanischen Renault-Nissan voran. Schwach zeigten sich neben den europaweit wieder unter Druck stehenden Bankentiteln auch die Aktien von HeidelbergCement mit einem Minus von 3,03 Prozent auf 32,755 Euro. Die Experten der Citigroup hatten die Papiere in einer Branchenstudie wegen der wirtschaftlichen Unsicherheiten in Europa abgestuft.

Besser erging es nach einer Sektorstudie von Merrill Lynch den im MDAX notierten Aktien von Deutsche EuroShop. Sie profitierten mit plus 1,14 Prozent von einer Hochstufung durch die US-Bank. Gemeinsam mit GSW Immobilien werden die Titel von Analyst Bernd Stahli als besonders defensiver Wert in der wenig optimistisch eingeschätzten Branche angesehen. GSW-Aktien konnten ihre zwischenzeitlichen Kursgewinne jedoch nicht halten und gingen um 0,65 Prozent leichter aus dem Handel.

Im TecDAX zeigte vor allem der Solarsektor Schwäche: Händler verwiesen auf einen Bericht der "Financial Times Deutschland", demzufolge der Branche ein drastischer Subventionsabbau droht. Centrotherm verloren als schwächster Branchenvertreter 2,55 Prozent, Q-Cells folgten mit minus 2,12 Prozent. (APA)