Caracas - Venezuela will im Streit mit dem US-Ölkonzern ExxonMobil um die Verstaatlichung des Ölsektors Entscheidungen des Schiedsgerichts bei der Weltbank nicht anerkennen. Präsident Hugo Chevez sagte am Sonntag, sein Land werde die Organisation verlassen und erkenne "keinerlei Entscheidung" des Gerichts an. ExxonMobil klagt auf eine Entschädigung in Höhe von zwölf Mrd. Dollar (9,4 Mrd. Euro).

Chavez hatte die Ölindustrie im Jahr 2007 verstaatlicht. Per Gesetz sicherte die Regierung der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft PDVSA einen Anteil von mindestens 60 Prozent am Kapital ausländischer Fördergesellschaften.

Die Internationale Handelskammer in Paris, eine nichtstaatliche Organisation, hatte geurteilt, Venezuela müsse ExxonMobil 907 Mio. Dollar Entschädigung zahlen. Chavez verwies am Sonntag auf diesen Spruch, als er den Ausstieg aus dem Schiedsverfahren bei der Weltbank ankündigte. (APA)