Bild nicht mehr verfügbar.

Trauernde bräuchten dringend Menschen, die sich um sie kümmerten, meint Studienleiterin Elizabeth Mostofsky.

Foto: APA/Rolf Vennenbernd

Washington - Wer einen geliebten Menschen verliert, ist einer US-Studie zufolge vor allem in den ersten Tagen der Trauer einem stark erhöhten Herzinfarkt-Risiko ausgesetzt.

Dieses liege am Todestag selbst um das 21-fache über der normalen Infarktwahrscheinlichkeit, berichtet das Wissenschaftsmagazin "Circulation: Journal of the American Heart Association". Während der ersten Woche der Trauerzeit sei das Risiko noch sechs Mal höher und gehe im Lauf eines Monats nur langsam zurück.

Befragung zu Todesfällen im Umfeld

Zu diesen Ergebnissen kamen Wissenschafter der Harvard Medical School und der School of Public Health in Boston nach einer Untersuchung von knapp 2.000 Herzpatienten. Sie werteten dabei Angaben von Patienten aus, die zwischen 1989 und 1994 einen Herzinfarkt erlitten hatten. Die Betroffenen wurden zudem zu Todesfällen in ihrem Umfeld befragt.

Als Gründe für das steigende Infarkt-Risiko nach einem Trauerfall nannten die Forscher erhöhten Blutdruck, eine zunehmende Zahl von Stresshormonen und eine stärkere Blutgerinnung.

Hinzu kämen Schlaf- und Essstörungen sowie Missbrauch von Medikamenten. Trauernde brauchten daher dringend Menschen, die sich um sie kümmerten, schrieb Studienleiterin Elizabeth Mostofsky in der Zeitschrift. (APA)