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Tierschützer hatten gegen das Gesetz zur Einschläferung von Straßenhunden protestiert - mit Erfolg, wie sich nun zeigt.

Foto: REUTERS/BOGDAN CRISTEL

Bukarest - In Rumänien ist ein Gesetz für verfassungswidrig erklärt worden, das Behörden nach lokalen Volksbefragungen die Einschläferung aggressiver und/oder kranker Straßenhunde erlaubte. Vertreter von Tierschutzorganisationen begrüßten die am Mittwoch ergangene Entscheidung des Verfassungsgerichts mit Straßendemonstrationen vor dem Parlament in Bukarest.

Das Verfassungsgericht hat damit einem Einspruch von Abgeordneten der oppositionellen Sozialliberalen Union (USL) stattgegeben, die sich auf Fehler bei der Verabschiedung des Gesetzes Ende November sowie auf Verstöße gegen die Tierschutzgesetze beriefen. Das "Streunergesetz" sehe "die Einschläferung als laufend und massenweise anwendbare Maßnahme vor, obwohl nur ausnahmsweise und unter strikt limitierten Bedingungen darauf zurückgegriffen werden sollte", hieß es im Einspruch der USL-Abgeordneten.

Zwei Millionen Streuner

Das Problem der herrenlosen Hunde ist in Rumänien trotz zahlreicher Sterilisierungskampagnen und sonstiger Maßnahmen besonders hartnäckig. Die Zahl der Streuner wird auf über zwei Millionen geschätzt. Laut dem Leiter der Bukarester Tierschutzbehörde (ASPA), Robert Lorentz, zählte man in der Hauptstadt im November 2011 rund 40.000 sterilisierte Straßenhunde und weitere 10.000 nicht sterilisierte, davon die Hälfte Hündinnen, wobei die Dunkelziffer Zeitungsberichten zufolge weit über 100.000 beträgt. Die Stadt verfügt nur über zwei Hundefänger und höchstens 2000 Tierheimplätze für Straßenhunde.

Laut dem Präfekten von Bukarest, Mihai Atanasoaei, betragen die Kosten für die Sterilisierung eines Hundes 135 Lei (rund 30 Euro), jene für die Einschläferung nur 50 Lei (etwa elf Euro). Ein Platz in einem Tierheim kostet laut ASPA monatlich umgerechnet fast 90 Euro.

Nach Angaben der Tageszeitung "Adevarul" werden in Bukarest im Durchschnitt täglich 25 Personen, darunter zahlreiche Kinder, von herrenlosen Vierbeinern angegriffen. Im Jänner 2011 wurde eine Frau sogar von einem Rudel streunender Hunde getötet. (APA)