Wien - Bei der defizitären Austrian Airlines ist die Stimmung zwischen Belegschaft und Konzernführung am Boden. Damit die Lufthansa-Tochter endlich aus der Verlustzone kommt, plant das Management einen radikalen Umbau der Konzernstrukturen und einen Einschnitt in die Kollektivverträge. Jetzt hat Lufthansa-Boss Christoph Franz angeblich noch ein weiteres milliardenschweres Sparpaket für die Konzerntöchter in petto, mit dem er laut "WirtschaftsWoche" die Kosten jährlich um 1,5 Mrd. Euro senken will.

Die AUA-Beschäftigten seien derartige "Hiobsbotschaften von Unternehmensseite seit fünf Jahren gewohnt", meinte dazu Gewerkschafter Karl Proyer am Sonntag im Gespräch mit der APA. Besonders ärgert ihn, "dass immer überbleibt, dass die Beschäftigten zu viel verdienen". Die GPA-djp lehne diese Haltung für die kaufmännischen Beschäftigten strikt ab. "Jemand, der bei der AUA am Schalter sitzt, verdient 1.800 oder 2.000 Euro brutto im Monat. Kein Mensch versteht mehr, wo man da noch kürzen soll", sagte der GPA-Vizechef.

Das Management solle das Bodenpersonal "endlich in Ruhe lassen", sagte Proyer. Gewerkschaften und Betriebsräte seien angesichts der Sparnotwendigkeit bei der AUA durchaus zu Gesprächen bereit. Aber "das Grundgesetz kann nur sein: Wenn jemand von den Beschäftigten etwas will - nämlich weniger Geld - dann ist das mindeste, was er tun muss, zivilisiert zu kommunizieren."

Da dies jedoch bisher nicht geschehen sei, werde er auch der Vorladung zur Unterschrift unter neue Kollektivverträge Anfang kommender Woche nicht Folge leisten, bekräftigte Proyer. "Anordnen kann weder Herr Albrecht (Jaan, der neue AUA-Boss) noch Herr Franz (Lufthansa-Chef) etwas, weil es verbriefte Rechte der Beschäftigten gibt."

Bei der AUA hieß es am Sonntag zur APA, Ziel sei es, "das Unternehmen ein für alle Mal in die schwarzen Zahlen fliegen." Der Konzern wolle dies "mit allen Mitarbeitern machen", brauche dafür jedoch "wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen", sagte ein Sprecher und betonte, dass die Belegschaft nur ein Teil des Sparpakets sei. Auch externe Partner - etwa der Flughafen Wien und die Politik - müssten etwas beisteuern. (APA)