Wien - Nach dem plangemäß erreichten Vorsteuergewinnanstieg um ein Zehntel auf knapp 560 Mio. Euro im Vorjahr will die Vienna Insurance Group (VIG) die Dividende erhöhen. Dies werde den Gremien vorgeschlagen, erklärte der Vorstand am Dienstag und bezifferte die Dividendenrendite mit rund 3,6 Prozent; die Aktie lag zuletzt bei 33,04 Euro. Für 2010 war die Dividende von 0,90 auf 1,00 Euro/Aktie angehoben worden. Die verrechneten Prämien des Konzerns stiegen 2011 nach vorläufigen Angaben um 3,4 Prozent auf neun Mrd. Euro.

In Nicht-Leben kletterten die Einnahmen um 4,9 Prozent auf 5,1 Mrd. Euro, in Leben erzielte man ein Plus von 1,4 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro. Die Combined Ratio - Kosten und Schäden gemessen an den Einnahmen - lag im Vorjahr netto (nach Rückversicherung) bei den angestrebten rund 97 Prozent, teilte die VIG weiter mit. 2012 sei man weiterhin bestrebt, unter Berücksichtigung des wirtschaftlichen Umfelds Volatilitäten beim Ertrag möglichst gering zu halten und das organische Wachstum zu forcieren, heißt es im Ausblick.

Lebensversicherungen unter Druck

In Österreich stagnierten die Prämieneinnahmen der Vienna Insurance Group (VIG) im Vorjahr, da - steuerlich bedingt - Teile der Lebensversicherung unter Druck gerieten. Insgesamt stagnierten am Heimmarkt die Einnahmen bei 4,0 Mrd. Euro. In Nicht-Leben (inkl. Kranken) stiegen sie kräftig um 10,2 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro, teilte die VIG am Dienstag mit.

In der Lebensversicherung erzielte der Konzern in Österreich 2011 nur etwa 1,9 Mrd. Euro an Einnahmen, nach rund 2,1 Mrd. Euro (+8,1 Prozent) im Jahr davor. Der Rückgang resultierte aus der gesetzlichen Verlängerung der Mindestbindefrist für steuerlich begünstigte Einmalerläge von 10 auf 15 Jahre. Bei den laufenden Prämien verzeichnete die VIG dagegen einen Anstieg.

In Tschechien erzielten die drei VIG-Gesellschaften, die es gemeinsam auf 30 Prozent Marktanteil bringen, ein Einnahmen-Plus von 5,7 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro. Dabei legte Leben um 13,1 Prozent auf 837 Mio. Euro zu, Nicht-Leben blieb mit 1,1 Mrd. Euro stabil.

In der Slowakei erreichten die drei Gesellschaften ein Wachstum von 4,2 Prozent auf 687 Mio. Euro, die Marktführerschaft wurde auf rund 32 Prozent Anteil ausgebaut. In Leben wuchs man um 6,7 Prozent auf 363 Mio. Euro, in Nicht-Leben um 1,5 Prozent auf 323 Mio. Euro.

In Polen kletterten die VIG-Einnahmen 2011 besonders kräftig um 27,7 Prozent auf 962 Mio. Euro. Dabei wuchsen sie in Nicht-Leben um 9,5 Prozent auf 618 Mio. Euro und verdoppelten sich in Leben annähernd auf 344 Mio. Euro, vor allem wegen einer starken Nachfrage bei Einmalerlägen. In Polen ist die VIG die Nummer 3 in Nicht-Leben.

Prämienrückgang in Rumänien

In Rumänien musste die VIG ein weiteres Mal einen Prämien-Rückgang hinnehmen. 2011 lagen die Einnahmen bei 510,9 Mio. Euro, nachdem bereits für 2010 ein Rückgang von 607 auf 528 Mio. Euro bekannt gegeben worden war. In Nicht-Leben gingen im Vorjahr "im Zuge der ertragsorientierten Neustrukturierung des Portfolios" die Prämien um 4,7 Prozent auf 410,0 Mio. Euro zurück. Dagegen konnte man in Leben - getragen durch den Bankenvertrieb - die Einnahmen um 7,9 Prozent auf 100,9 Mio. Euro steigern. Die VIG-Gesellschaften halten bei rund 30 Prozent Marktanteil in Rumänien.

An den übrigen Märkten nahm die VIG 2011 mit 887,1 Mio. Euro um 2,2 Prozent weniger ein. Dazu zählen Albanien, Bulgarien, Bosnien-Herzegowina, Deutschland, Georgien, Kroatien, Liechtenstein, Mazedonien, Montenegro, Russland, Serbien, Türkei, Ukraine, Ungarn, Weißrussland sowie die drei baltischen Staaten. Dabei habe man in der Ukraine und im Baltikum eine erfreuliche Prämienentwicklung verzeichnet, erklärte die VIG im Vorfeld eines Pressegesprächs (ab 9:30 Uhr) zu den vorläufigen Zahlen.

Für die geplante Dividendenerhöhung für 2011, die die VIG zunächst nicht näher bezifferte, lässt sich auf Basis des Ultimo-Aktienkurses des Vorjahres (30,62 Euro) eine Ausschüttung von 1,10 (nach 1,00) Euro je Aktie errechnen, wenn man von der von der VIG kommunizierten Dividendenrendite von rund 3,6 Prozent ausgeht. (APA)