Wien/Bratislava - Die in der Slowakei aufgekommene Abhöraffäre Gorilla führt zu Ermittlungen der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) gegen die Meinl Bank. Die FMA ermittle, ob die Bank alle präventiven Bestimmungen im Kampf gegen Geldwäsche eingehalten habe, bestätigte FMA-Sprecher Klaus Grubelnik am Freitag einen Artikel der "Wiener Zeitung" und der slowakischen Zeitung "Sme" . Laut der Zeitung untersuchen die slowakischen Behörden seit Jänner die Causa Gorilla. Die Meinl Bank wies am Freitag erneut Vorwürfe auf Schärfste zurück, "in irgendeiner Form mit Korruption, Geldwäsche oder anderen ungesetzlichen Tätigkeiten" zu tun zu haben.

Der Verdacht gegen die Meinl Bank steht im Zusammenhang mit der versuchten, letztendlich aber auf Eis gelegten Privatisierung des Flughafens Bratislava in den Jahren 2005/06. Nach einer Abhöraktion des slowakischen Geheimdienstes SIS aus diesen zwei Jahren wird der Meinl Bank vorgeworfen, dass sie Geldwäsche für die slowakische Finanzgruppe Penta durchgeführt habe. Penta gehörte damals zum österreichischen Konsortium TwoOne unter der Führung von Flughafen Wien und Raiffeisen Zentralbank (RZB).

Nicht nur die Meinl Bank, auch die Penta-Gruppe wehrt sich gegen die Vorwürfe. Die slowakische Finanzgruppe bezweifelt die Echtheit der Gorilla-Dokumente. Man habe sich kein Fehlverhalten zuschulden kommen lassen, beteuerte sie in früheren Stellungnahmen.

Die Abhöraffäre spielt im slowakischen Wahlkampf vor der Parlamentswahl am Samstag eine wichtige Rolle. Der slowakische Geheimdienst SIS soll 2005 und 2006 zahllose Treffen zwischen führenden Politikern und Finanzmanagern abgehört haben, bei denen der Ablauf von Privatisierungen vorab genauestens fixiert wurde. Als Schlüsselfigur gilt Jaroslav Hascak, Miteigentümer der Investmentgruppe Penta. (APA, 9.3.2012)