Jerusalem - Der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu hat den tödlichen Angriff auf Juden in Frankreich verurteilt. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei dem "verabscheuungswürdigen Mord an Juden, darunter kleine Kinder" um einen Akt "gewaltsamen und mörderischen Antisemitismus'" handle, sagte Netanyahu am Montag während einer Sitzung seiner Likud-Partei in Jerusalem. Es sei noch zu früh, um Genaues über die Hintergründe der Tat zu sagen, doch könne Antisemitismus nicht ausgeschlossen werden.

Außenminister Avigdor Lieberman äußerte sich in einer Erklärung "tief geschockt". Außenministeriumssprecher Jigal Palmor sagte, Israel vertraue auf die französischen Ermittlungsbehörden, dass "alles ans Licht kommt". Der israelische Rundfunk berichtete in Sondersendungen über die Bluttat.

"Wir werden mehr Schulen und Synagogen bauen"

Das in Brüssel ansässige Rabbiner-Zentrum für Europa (Rabbinical Centre of Europe, RCE) verurteilte die Tat in einer Erklärung als "Barbarei". Die jüdische Gemeinschaft lasse sich nicht einschüchtern. "Wir werden mehr Schulen, Synagogen und andere jüdische Einrichtungen bauen." Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Jigal Palmor, sagte: "Wir sind entsetzt über diesen Angriff und wir vertrauen darauf, dass die französischen Behörden diese Tragödie vollständig aufklären und die Täter vor Gericht bringen."

Auch die EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström hat den Anschlag scharf verurteilt. In einer Botschaft über den Kurznachrichtendienst Twitter nannte Malmström die am Montagmorgen begangene Tat "fürchterlich". In einer von seiner Sprecherin am Montag in Brüssel verlesenen Erklärung betonte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso: "Im Namen der Kommission möchte ich dieses abscheuliche Verbrechen scharf verurteilen."

Ban Ki-moon verurteilt Angriff scharf

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat den Angriff auf eine jüdische Schule im südfranzösischen Toulouse scharf verurteilt. Ban kondolierte den Angehörigen der vier Opfer und der jüdischen Gemeinde sowie der französischen Regierung und dem französischen Volk, wie sein Sprecher Martin Nesirky am Montag (Ortszeit) in New York erklärte. Ein Unbekannter hatte am Morgen drei Kinder und einen Lehrer erschossen. Der Angriff sorgte weltweit für Entsetzen.

Das Weiße Haus in Washington verurteilte "den schrecklichen Angriff" aufs Schärfste. 'Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) äußerte in Berlin die Hoffnung, dass die Täter schnell gefunden werden: "Antisemitismus und Gewalt gegen jüdische Einrichtungen" hätten in Europa keinen Platz.

Papst "zutiefst betroffen"

Auch Papst Benedikt XVI. zeigte sich "zutiefst betroffen" und verurteilte die Tat. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sprach von einem "abscheulichen Verbrechen". Das in Brüssel ansässige Rabbiner-Zentrum für Europa hob hervor, die jüdische Gemeinschaft lasse sich nicht einschüchtern.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy setzte die höchste Stufe des Anti-Terrorplans Vigipirate in Kraft. Er erklärte, der Angriff auf die jüdische Schule habe eine "offensichtlich antisemitische Motivation". (APA, 19./20.3.2012)