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Bis 2015 bestellt, verlässt Generaldirektor Thompson noch diesen Herbst die BBC.

Foto: APA/EPA/ATEF SAFADI

London - Richtig überraschen konnte Mark Thompsons Ankündigung am Montag nicht mehr, er würde nach den Olympischen Spielen im Herbst die Generaldirektion der BBC räumen. Chris Patten, bald nach den britischen Wahlen 2010 zum Chef des BBC Trust bestimmt, hatte schon im Jänner erklärt, er habe den Headhunter Egon Zehnder mit Thompsons Nachfolge beauftragt. Bei Zehnder ist laut Guardian ein ehemaliger Berater der Konservativen und Freund von Premier David Cameron mit britischen Medienthemen befasst. Patten erwähnte im Jänner auch, Thompson habe ihm schon bei Pattens Dienstantritt 2010 erklärt, er werde sich vor Ende seiner Funktionsperiode 2015 zurückziehen.

Thompson wurde 2004 General, als Greg Dyke nach heftigen Konflikten mit Tony Blairs Regierung über BBC-Berichte zum Tod eines Waffeninspektors im Zusammenhang mit dem Irakkrieg zurücktrat. In Thompsons Amtszeit fielen Skandale wie eine Reihe von obszönen Schmähanrufen eines BBC-Starradiomoderators. Auch sein Gehalt, 2011 937.000 Euro, beschäftigte die Medien.Nach Thompson könnte erstmals eine Frau die BBC führen. Aus der BBC im Gespräch: Konzernmanagerin Caroline Thomson und Infochefin Helen Boaden, aber auch TV- und Produktionschef George Entwistle. (red, DER STANDARD, 20.3.2012)