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Süßer Reichtum: Michele Ferrero ist der reichste Italiener.

Foto: APA/Marcus Brandt

Rom - Die zehn reichsten Italiener besitzen so viel wie ärmsten drei Millionen, geht aus einer neuen Studie der italienischen Notenbank hervor. Die zehn reichsten Menschen des Landes, angeführt vom Chef des Süßwarenproduzenten Ferrero, Michele Ferrero - Hersteller des weltbekannten Schokoladen-Aufstrichs Nutella - besitzen insgesamt ein Vermögen von 50 Milliarden Euro.

Reichtum hängt in Italien mehr vom Familienvermögen und weniger vom Einkommen ab. Zudem werden die Wohlhabenden immer älter. Für jüngere Italiener sei es immer schwieriger, ein Vermögen anzuhäufen, geht aus der Studie hervor.

2010 besaßen die Italiener ein Vermögen von insgesamt rund 8.638 Milliarden Euro, das sind 7,5 mal so viel wie 1965, was einem realen Wachstum von 4,6 Prozent pro Jahr entspricht. Jeder Italiener besitzt durchschnittlich Vermögen 142.481 Euro.

Platz zwei in der Liste der reichsten Italiener besetzt der Gründer des weltweit größten Brillenkonzerns Luxottica, Leonardo Del Vecchio, mit 8,6 Milliarden Euro Vermögen. Auf Platz drei schaffte es laut einer Forbes-Studie der Modepapst Giorgio Armani, gefolgt von seiner Kollegin Miuccia Prada und dem italienischen TV-Tycoon und Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi. Unter den Top Ten der zehn reichsten Italiener sind auch Pradas Ehemann Patrizio Bertelli, der Chemiekönig Stefano Pessina, gefolgt von Carlo, Giuliana, Gilberto und Luciano Benetton, Gründer der gleichnamigen Modegruppe. Auf Platz zehn schaffte es der Gründer und Chef des Schuhkonzerns Geox, Mario Moretti Polegato.

Arbeitslosigkeit auf höchstem Stand seit 2004

In Italien nimmt die Arbeitslosigkeit unter dem Druck der Krise zu. Im Februar kletterte die Arbeitslosenquote auf 9,3 Prozent, das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als im Jänner 2012. Gegenüber Februar 2011 stieg die Arbeitslosenrate um 1,2 Prozent. Die Arbeitslosigkeit erreichte damit den höchsten Stand seit Jänner 2004 und belastete sowohl Männer als Frauen, berichtete das italienische Statistikamt Istat. Die Zahl der Arbeitslosen in Italien sei im Februar auf 2,354 Millionen gestiegen.

Besorgniserregend sei auch die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen, geht aus der Istat-Studie hervor. Im Februar stieg die Zahl der joblosen Italiener im Alter zwischen 15 und 24 Jahren auf 31,9 Prozent, das sind 0,9 Prozent mehr als im Jänner und 4,1 Prozent mehr auf Jahresbasis. Seit sechs Monaten infolge lag die Jugendarbeitslosigkeit über die Schwelle von 30 Prozent.

Im vierten Quartal 2011 war die Arbeitslosigkeit auf 9,6 Prozent gestiegen, das ist der höchste Stand seit dem vierten Quartal 1999. Im vierten Quartal lag die Jugendarbeitslosigkeit bei 32,6 Prozent. Das ist der höchste Stand seit 1992. Im Gesamtjahr 2011 lag die Arbeitslosigkeit bei 8,4 Prozent, genauso wie im Jahr 2010.-

Der stärkste italienische Gewerkschaftsverband CGIL erklärte sich wegen des neuen Anstiegs der Arbeitslosigkeit besorgt. Die linke Gewerkschaft rief die Regierung Monti auf, angesichts der schwierigen Beschäftigungslage auf ihre Pläne zur Auflockerung des Kündigungsschutzes zu verzichten. Diese Pläne sind in der Arbeitsmarktreform enthalten, die jetzt vom Parlament überprüft werden. Gegen die Arbeitsmarktreform plant der CGIL-Verband im Mai einen achtstündigen Generalstreik. (APA, 2.4.2012)